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hochstapla
Titel: das war die Dritte Grazer Cm, und so wird die Näxte...  BeitragVerfasst am: 25.05.2007, 21:29 Uhr



Beiträge: 527

schön dass viele neue Gesichter auf der heutigen Fahrrad-Demo-Parade waren. Auch wenn sich eher weniger Leute vor dem Kunsthaus eingefunden hatten, waren einer (doppelten) Zählung zufolge !95! Personen zugegen. Unterstützung und Inspiration kam (auch) von einer Handvoll Wienern, die u a mit ihren TallBikes (Hochrädern) gekommen waren.

MMN zeichnete sich die heutige CM dadurch aus, dass:
.) die Leute vorne die Routenplanung vorgaben und
.)dabei wenig Rücksicht auf die Hinteren nahmen. (Eigentlich hätten wir uns garnicht aus den Augen verlieren sollen.) und
.) durch unproportionales (und trotzdem uneffektives) Vorgehen der Exekutive.
Und das kam so: Eskortiert wurde der Zug schon ziemlich früh. Zu einem Einsatzwagen gesellte sich noch ein VW-Bus mit LB-Kennzeichen in welchem zwei Strampelanzüge sassen, einigen Motorrädern und schliesslich 2 Wagen Martial-Arts-Abteilung, sowie ein Auto mit LB- Kennzeichen das Polizeifilmer enthielt.
Bei soviel Polizei ist ganz klar Gefahr im Verzug, also kam es zu einer Strassenblockade vonseiten der Polizei und Organstrafen wurden an einige verteilt. Dann ging es wieder kurz zügig weiter, als die Demo aber ein Linksabbiegeverbot (in die Elisabethstr) ignorierte, wurde ein Kundgebungsteilnehmer aufgefordert, sich auszuweisen, was dieser aber ablehnte, und zwar mit der Begründung, dass während einer Kundgebung die STVO ausser Kraft ist (laut Gesetz), doch der Einsatzleiter blieb bei seinem Vorsatz. Nach einer Viertelstunde Debatte liess sich der besagte Radler zur Identitätsfeststellung ins Auto schleifen und auf die Wachstube chauffieren. Zum Schluss der Parade war er wieder auf freiem Fuss.

So endete die bislang längste CMGraz mit ca 10 Organstrafverfügungen nach dem STVO.
Gemeint sind freilich alle, also werden wir diese "Strafen" auch nicht privatisieren, nicht wahr?

Da G24 ein tolles Medium ist, sollte es auch in dieser Sache genutzt werden, um uns über einige Dinge auszutauschen, darunter:

? bleibt es so, dass die Route von den Vorderen bestimmt wird?
? wollen wir die näxte CM unter ein spezifisches Thema stellen (zB Kapitalismus und Klima; Mobilität und Migration; Technokratie und Faschismus; Lebensqualität und Speed-Kills;...)?
? Fundraising? - ? Rechtshilfe, Unabhängiger VerwaltungsSenat (= Tickets anfechten)?

? gleicher Treffpunkt?

Falls bei Dir/Ihnen/Euch aufgrund der Teilnahme ein Strafmandat eingeht, poste hier, damit ma si da in Verbindung setzen kann.
 
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nr3462
Titel:   BeitragVerfasst am: 26.05.2007, 18:30 Uhr



Beiträge: 1

ich war auch dabei -durch zufall und bin das nächste mal sicher wieder dabei Smile und nun mein senf dazu:

route) naja, zumindest die vorne müssen schon wissen wo es hingeht, allerdings war die strecke M.E. nicht günstig. auf einspurigen straßen ist die wirkung eine andere, die CM wirkt größer das caos auch Very Happy aber das wichtigste: es werden mehr leute erreicht. besonders passanten in der innenstadt.

themen) ist die CM nicht schon selbst thema genug? wofür noch 'politik' hineinbringen mit der sich garnicht alle identifizieren werden können.

scherereien) bei nichtangemeldeten kundgebungen frage ich mich inwiefern provukationen (linksabbiegen usw) denn sinnvoll sind und ob sie nicht der idee selbst schaden.
wenn ich an cityskating am gleihen tag denke, das war gleich etwas anderes.

recht) es wäre sicher gut zu wissen was alles auf einen infolge einer teilnahme zukommen kann und wie man sich davor schützen kann - ich weiß es zb nicht.
 
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lux
Titel:   BeitragVerfasst am: 27.05.2007, 08:59 Uhr



Beiträge: 13

hallo,

ich denke es neben den von hochstapla angesprochenen themen noch die frage in wie weit sich die cm an die stvo halten soll..
ich denke dazu, dass wir, solange wir die kritische masse nicht erreicht haben der polizei möglichst wenig angriffspunkte bieten sollen, dh. auf keinen strassen fahren, die von einem radweg begleitet werden (glacis), abbiegeverbote beachten, bei rot nicht in die kreuzung einfahren etc. und auch sonst nicht provozieren. als einzige ausnahme würde ich es wichtig finden dass der zug sich nicht von rot werdenden ampeln teilen lässt, das ist gefährlich. wenn wir einmal 300 leute sind können wir machen was wir wollen das hat sich auch in wien gezeigt.

weiter finde ich es total wichtig einen guten schlusspunkt zu finden. ich verstehe nicht warum wir jedes mal wieder zum südtiroler platz zurückfahren müssen nur damit sich dort die gruppe in alle winde zerstreut. ich würde es viel sinnvoller finden den schlusspunkt so zu setzen, dass wir uns unterhalten können in einem park / lokal / anderen einrichtung.
ich denke dann würden sich auch andere diskussionspunkte (route) entschärfen, weil wir dann mehr darüber reden würden. für die nächste CM schlage ich das sommerfest vom spektral vor.

zur route: ich denke wir können uns über bestimmte charakteristiken einigen, die route sollte aber von den ersten bestimmt werden. ich stimme zu, das schmale straßen nicht so günstig sind ansonsten fand ich die CM gestern ganz gut.

zu einem motto: ich denke auch dass die cm ansich ein motto hat, das steht auf allen flyern und den flugzetteln die wir verteilen. für mich hat die CM auch viel mehr mit einer party die ein lebens- / verkehrsgefühl feiert zu tun, als mit einer demonstration die forderungen an irgend wen stellt. die einzige forderung die ich im rahmen der CM stelle ist, dass sie ungstört stattfinden darf.

zu den anzeigen: natürlich müssen wir uns gemeinsam eine reaktion überlegen. ich nehme auch an die wortlaute werden sich sehr stark ähneln, bis die anzeigen aber kommen wird es noch dauern...

ride daily - celebrate monthly

lux
 
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acb
Titel: ich stimme  BeitragVerfasst am: 28.05.2007, 10:29 Uhr



Beiträge: 26

ich stimme lux zu, was das verhalten gegenüber der polizei betrifft. wir sollten es der polizei nicht so leicht machen, vorwände für strafmandate (auch wenns nur verwaltungstrafanzeigen sind) zu finden. d.h. wenn polizei zuschaut, nicht auf die gegenfahrbahn fahren, nicht bei rot in die kreuzung, es sei denn, die gruppe wird sonst auseinandergerissen, und hauptsächlich straßen ohne radwege nehmen... wichtig ist ja bei der cm vorallem, dass wir den weg bestimmen, d.h. uns nicht von der polizei den weg vorgeben und in nebenfahrbahnen abdrängen lassen.

ist letztes mal leider kurzfristig passiert, weil die leute an der spitze von der conrad v-hötzendorfstraße abgekommen sind, um der polizei auszuweichen.

sollt nicht wieder passieren...

und das wär schon der nächste punkt: ja, da die cm keine fixe route hat (was auch gut ist, sonst wär die ganze spontanität weg) müssen die leute vorne die route quasi vorgeben, aber es kann ja jede/r, der/die eine idee hat, an die spitze fahrn.

motto find ich nicht so gut, ich denk, critical mass ist motto genug...

und zu den anzeigen: also weil die frage kam, was passieren kann - maximal verwaltungsstrafen (wie bei radfahren ohne licht, mit dem auto geschwindigkeitsbeschränkungen missachten..), also lästig, weil geldstrafen, aber nix tragisches. und ich denke, die chancen, die anzeigen wegen der cm mit einsprüchen wegzubekommen, sind nicht schlecht
alle anzeigen waren übrigens nicht wegen verstoß gegen die stvo, drei gabs wegen sachen, die leute angeblich zur polizei sagten ("anstandsregelverletzung"). machen muss mensch auf jeden fall was, ich glaub die betroffenen haben fürs erste eh entsprechende email-adressen bekommen. aber im großen und ganzen hat der, den sie kurzfristig festnahmen, wohl den punkt getroffen: wenn das eine versammlung ist, gilt die stvo nicht. das können wir aber auch nach der nächsten cm besprechen (spektral sommerfest?), weil vorher die anzeigen wahrscheinlich eh nicht da sind.

wichtig ist denk ich jedenfalls, dass wir bei der nächsten cm wieder viele sind - mit musik (die zwei soundsysteme warn echt super!), fahnen und lärm!

ps: ich find das flyer verteilen während der cm hat diesmal gut funkioniert - vielleicht findet wer zeit, wieder welche für die nächste zu machen. auf der critical mass-homepage gibts gutes material!
 
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lux
Titel: rechtsvertretung  BeitragVerfasst am: 28.05.2007, 20:18 Uhr



Beiträge: 13

hi,

es gibt ein angebot für rechtsvertretung eines rechtsanwaltes der die cm in wien unterstützt, es stellt sich aber die frage ob wir in graz nicht wen finden der das für die cm graz machen würde?

ich rechne eigentlich bis zur nächsten cm mit den beiden anzeigen vom april, da können wir einmal abtesten wie das klappt....

seitens der wiener gruppe gibt es die frage ob wir keine beziehungen zu medien haben, die über das verhalten der polizei berichten würden. ich kenne niemanden in graz - ihr?

freundschaft

lux
 
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Lou
Titel:   BeitragVerfasst am: 28.05.2007, 20:37 Uhr



Beiträge: 64

Zitat:
für die nächste CM schlage ich das sommerfest vom spektral vor.


zur Korrektur:

SOMMERFEST is im SUb !!!!!!

kommts alle herbei geradelt, find ich einen supa abschlusspunkt ... und wird sicha ein feines fest!
 
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peer
Titel: stress wegen aufschreiben lassen  BeitragVerfasst am: 30.05.2007, 11:17 Uhr



Beiträge: 5

Grüsse aus Wien. Ich war in Graz nicht dabei. Interessiert mich aber natürlich und wir haben in Wien auch im Graz im Wiener Forum diskutiert aber der richtige Ort dafür ist definitiv hier und darum schreib ich meine meinung hier auch nochmal.


Das Verweigern der Datenabgabe ist aus meiner eigenen Erfahrung sehr stressig.

In Wien wurden bisher nur einmal die Daten von mehrern Personen aufgenommen. In Folge wurde regelmässig immer die gleiche Person aufgeschrieben, die damit auch keine probleme hatte und auch noch keine bekommen hat Seit der Jänner-CM wird gar nicht mehr aufgeschrieben (von dem pseudounfall im mai abgesehen)

rechtlich ist die sache glaub ich sehr klar: die polizei darf meine identität feststellen.

praktisch ist es so, dass das verweigern nur funktioniert, wenn wir alle solidarisch sind und alle bleiben und alle verweigern.
wir wissen, dass das nicht funktioniert, weil auch nicht alle an sowas interesse haben und die CM keine eingeschworene politische Kampftruppe ist und auch nicht sein will und soll. Ist einfach eine andere Baustelle.

ich denke, dass wir alle glauben, dass dieses problem in wien nicht auftreten wird. und wenn, dass dann einzelne teilnehmerInnen der CM versuchen werden, im Gespräch mit der kieberei die situation zu deeskalieren und dann halt wieder mal ihre daten hergeben und dadurch verhindern, dass viele daten aufgenommen werden.

ich glaube es gibt drei gründe, warum die polizei daten aufnimmt:

i) hilflosigkeit. da passiert was, was nicht sein kann und da muss man mal wen aufschreiben. bitte gerne. da sollen sich dann halt die leute bereit stellen, die keinen stress damit haben aufgeschrieben zu werden.

ii) angstmache: wir drohen mit anzeigen und schreiben auf, weil wir sind grosse starke polizisten. im wesentlichen wie oben. soll sich wer aufschreiben lassen, der sich nicht provozieren lasst und kein problem damit hat und laaaangeee reden kann

iii) reinhauen: wir picken uns 20 leute raus und zeigen sie an, weil wir wollen ihnen reinscheissen. wir sind grosse starke polizisten denen diese stadt gehört. egal was wir von der CM tun, die 20 leute werden sie kriegen und dann werden wir schauen, wegen was sie uns kriegen wollen. aller bisherigen anzeigen wurden fallengelassen und von demo stand da ohnehin nie ein wort drin. ich finde, dass das von seiten der polizei voll scheisse ist, aber ich persönlich hab auf diese spielchen keine lust mehr. ich will meine energien und kraft und zeit nicht mehr sinnlos in den kampf gegen die polizei und anzeigen wegen widerstands gegen staatsgewalt verpulvern. ich will meine kraft und zeit sinnvoll auf der strasse nutzen, wo mich leute wahrnehmen und wo ich mir lebensraum im umfassenden sinn selbst nehmen und gestalten kann. das ist criticalmass für mich. darum ist das so extrem politisch für mich, weil voll viel kraft lustvoll und sinnvoll gebündelt und gerichtet wird.
und eben nicht in den klassischen "wer hat den grösseren schwanz"-konflikt zwischen mir und einem bullen. hab ich echt keinen lust mehr drauf.

meine persönliche meinung: wenn ein polizist meine daten will, dann soll er sie haben. ich geb sie gerne mit schönen und langen worten und bisher gab sich die polizei damit zufrieden und hat dann kein bedürfnis mehr gehabt, noch jemand anderen aufzuschreiben.

bisher hat das funktioniert, auch wenn einige polizisten gerne das alte spiel gespielt hätten. ich hoffe, dass es so bleibt. wenn die polizei dauerhaft eskalieren will (was derzeit überhaupt nicht danach aussieht) dann wird das sicher anders werden. und auch auf seite der CM-FahrerInnen gibts es nur ganz ganz wenige die das alte spiel vermissen.

und so macht das ganze echt spass und ist ein fest für freiraum und einfach ein fahrradfest !!
 
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ryan
Titel:   BeitragVerfasst am: 31.05.2007, 10:35 Uhr



Beiträge: 270
Wohnort: graz
zum thema:
http://kleinezeitung.at/regionen/steier ... 1/index.do

da liess sich die krone positiver über die hausbesetzung aus

was sagt mensch dazu ..
 
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peer
Titel: reisserisch  BeitragVerfasst am: 31.05.2007, 10:40 Uhr



Beiträge: 5

reisserischer gehts wohl nicht mehr. allein der titel mit dem "überrollen" ist ignorant und frech.

ich würde sagen, hier sollten alle TeilnehmerInnen ihre Meinung als Leserbrief kundtun. und betonen, wer hier wen überrollt.
 
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acb
Titel: nicht nur die schreibweise  BeitragVerfasst am: 31.05.2007, 19:08 Uhr



Beiträge: 26

die schreibweise des artikels ist zum teil echt unmöglich, aber ich finde auch die stellungnahme dieses anonymen aktivisten ziemlich daneben, immer mal vorausgesetzt, die indirekten zitate des artikels stimmen:

Zitat:
Der Konfrontationskurs mancher könnte der Anfang vom Ende sein, fürchtet der anonyme Aktivist: "Ich will Spaß haben und es allen Verkehrsteilnehmern angenehm machen." Sollten Provokateure das Übergewicht bekommen, würden sich positive Kräfte aus dem Rennen nehmen. Dann werde die Aktion in Graz nie zur kritischen Masse anschwellen.


ich meine auch, dass wir beim nächsten mal auf sachen wie ausweichen auf gegenfahrbahn oder bei rot in die kreuzung fahren verzichten sollten (es sei denn, die gruppe würde sonst auseinandergerissen), aber alle, die das diesmal machten oder anzeigen bekamen, als "provokateure" abzustempeln und die anderen bzw. sich selbst als "positiven teil" dagegenzusetzen, ist einfach schäbig. es gibt nun mal unterschiedliche zugänge, das sollte diskutiert werden (und wie gesagt, ich bin auch dafür, auf gewisse dinge bei der nächsten cm zu verzichten), aber ohne cm-teilnehmerInnen über die medien zu diffamieren.

und die stellungnahme vom argus ist zumindest ein bisschen seltsam. wenn wir uns genau an die straßenverkehrsordnung halten, dürfen wir nämlich höchstens brav hintereinanderfahren (critical line statt critical mass oder wie?). genau das fahren in der gruppe, ohne vorher eine route anzumelden oder auszumachen, ist es aber, cm ausmacht und das heißt halt immer in einem gewissen ausmaß konfrontation mit der stvo.

und es ist einfach lächerlich, dass graz es nicht aushalten soll, dass sich einmal im monat (!) radfahrerInnen am gürtel oder sonstwo breitmachen und die autos ein wenig einbremsen, wo wegen jeder offiziellen veranstaltung hauptverkehrsstraßen einen ganzen tag lang gesperrt sind.

also ich hoff, der artikel macht die cm wenigstens bekannt und wir sind am 29.6. noch mehr als letztes mal!
 
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joa01
Titel: gutes Benehmen öffnet viele Türen  BeitragVerfasst am: 31.05.2007, 23:23 Uhr



Beiträge: 1

Find es echt schade, dass die 3.CM aufgrund einiger weniger Provokateure negativ auffiel. War jetzt das zweite mal dabei, weil ich der Sache des Radfahrens dienen möchte. Ich glaube aber nicht, dass wir dem Radverkehr in Graz einen guten Dienst erweisen, wenn wir uns als cm-Radfahrer wie eine unzivilisierte Horde prästentieren.

Klingeln, Hupen und Musik (diese könnte weniger übersteuert klingen) sind ja okay, aber Parolen grölen und Polizei ausbuhen erscheinen mir doch etwas niveaulos, und sind dem Sinn der cm, möglichst viele Leute für die nächsten cms, und das Radfahren überhaupt zu begeistern sicher nicht dienlich.

Vom kleinen Mann bis zum Universitätsprofessor fahren viele täglich mit dem Rad, ärgern sich über den Autoverkehr und sympatisieren mit den Zielen der cm. Damit die cm (und somit das Radfahren allgemein) mehr gesellschaftspolitisches Gewicht bekommt, ist es aber notwendig, dass sich mitfahrende Schlipsträger oder biedere Familienpapis und Mamis nicht in einer gegen die Staatsgewalt gerichteten politischen Veranstaltung wähnen - dann fahren sie nämlich nur einmal mit.

Das Medienecho ist - einmal ehrlich in den Spiegel geblickt - nicht ganz zu unrecht, wenn auch etwas übertrieben, negativ ausgefallen. Dies sollte uns zu denken geben, und dazu motivieren das nächste mal nur die allernötigsten STVO Übertretungen - damit die Gruppe nicht getrennt wird - zu begehen.

Gegenüber der Polizei sollten wir uns, wie gegenüber allen anderen Menschen auch, höflich benehmen. Sie müssen halt auch ihre Arbeit tun, und haben einfach einen sicheren Job der ihre Familie ernährt. Ich bin überzeugt, dass etwa 50% der "Hampelmänner" insgeheim mit uns sympatisieren - kenne diese "Strampelanzugträger" schließlich aus der Nähe - mein "Alter" war auch so einer. Die sind nicht so böse, sie schauen höchstens so aus, und lassen sich pflichtbewußt provozieren, wenn man gegen die Obrigkeit skandiert. "Dös kau ma holt afoch ned göltn lossn, wo kamat ma denn do hi!"

oiso: keep smiling waun die bulln wieda autaunzn! Se kinan nix dafia, dass grod dienst haum und zur cm okomandiert san.

eure joa
 
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peer
Titel:   BeitragVerfasst am: 02.06.2007, 12:18 Uhr



Beiträge: 5

Bisschen Hickhack hier, den ich nicht verstehe. Da wird in einem Hetzartikel ein anonymer Aktivist mit 5 Worten zitiert und wir kritisieren den dann hier ohne zu wissen, was der wirklich gesagt hat. Und von anderer Seite werden die Provokateure kritisiert, die die CM angeblich zum eskalieren gebracht haben.

Das ist ja Selbstzerfleischung. Und wir wollen doch gemeinsame die bestehenden Machtverhältnisse vervursten Smile Ich denke die CM ist gross genug damit viele Meinungen hier Platz haben.


ich hab nen Brief an die kleine Zeitung geschrieben, den ich euch nicht vorenthalten mag:

Zitat:

Kommentar zu http://www.kleinezeitung.at/regionen/st ... 1/index.do


lieber bernd,

Mit einem grinser im gesicht haben wir deinen artikel über die CriticalMass Graz online gelesen. Es ist nun so - wie soll ich sagen - er kommt uns nun doch ein wenig gar übertrieben einseitig vor (dabei sind wir einseitigkeit eigentlich gewohnt). Wir wissen nun nicht, ob das beabsichtigt ist, oder einfach passiert ist und obs dir (als gerüchteweise sehr eifriger und vorbildlicher Radfahrer) überhaupt aufgefallen ist.

Für den Fall, dass es passiert und gar nicht aufgefallen ist, erlaube ich mir kurz eine Anmerkung:

Schon an deinem kunstvollen Titel ""Kritische Masse" will Graz überrollen" wird
sehr klar, wie schräg und verzerrt (nein, ich sage nicht bösartig) ein
Blickwinkel manchmal sein kann:
Täglich überrollen ZigZehntausende Autos diese Stadt, überrollen die
Lebensqualität, überrollen die Rechte der BewohnerInnen, FussgängerInnen,
RadfahrerInnen und überrollen viel zu oft tatsächlich Menschen, die tot und
verletzt zurückbleiben.

Wenn nun einmal im Monat 70 RadfahrerInnen durch die Stadt fahren gibts das
gleich einen Polizeieinsatz, Festnahme von medial (zB von dir ) unreflektiert "amtbekannte Unruhestifter" genannten Personen und eine dicke reisserische Schlagzeile.

Wenn ein Auto wieder mal bei Rot auf der Kreuzung steht und Zebrastreifen und
Fussgängerübergänge blockiert, dann passiert gar nix. Radfahrer aber werden
angehalten, angezeigt oder festgenommen.
Wenn 1000 Autos nebeneinander auf der Strasse fahren und stauen passiert auch
nix ausser einer Meldung im Ö3-Verkehrsfunkt. 70 RadfahrerInnen werden
argwöhnisch von der Polizei begleitet und bei der ersten Gelegenheit kriminalisiert.

Mir scheint, da ist etwas nicht ganz verhältnismässig sondern extrem einseitig.
Und darum gibts CriticalMass. Weil so kanns nicht weitergehen.

CriticalMass ist ein monatliches Ereignis. Wir fahren gemeinsam Rad durch die
Stadt und nehmen uns den Platz der uns täglich durch eine verfehlte autofixierte
Verkehrsplanung -und realität verweigert wird. CriticalMass ist keine
Demonstration, es gibt keine Organisatoren.
Wir fahren ohne zu fragen, um zu zeigen, dass die Strasse nicht nur den Autos
gehört und dass Radfahren Spass macht.

Autos sind laut, stinkig, brauchen platz, schädigen die Gesundheit, sind
unsozial, gefährlich, teuer, ineffizient und vor allem unökologisch.
Fahrradfahren ist leise, sicher, gesund, ökologisch, sozial, billig, effizient
und vor allem lustig und sexy.

bike rocks

lg
deine criticalmass

ps: wenn die Einseitigkeit tatsächlich unbeabsichtigt war, dann wünschen wir uns von Dir einen neutralen Blick auf die Machtverhältnisse.

 
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peer
Titel: will sich graz organisieren?  BeitragVerfasst am: 02.06.2007, 12:44 Uhr



Beiträge: 5

Wir von der CriticalMass Wien haben derzeit zwar die webseite auch für graz laufen und auch die mailadresse und bekommen auch ganz viele Anfragen zur CM-Graz in unsere mailbox, haben aber nur einen einzelnen Ansprechpartner in Graz und fragen uns nun wie ihr da weitermachen wollt.

Die Eskalation beim letzten Mal war ein deutliches Zeichen glaube ich. Die Polizeipräsenz wird beim nächsten Mal nicht weniger sein und ich denke, es ist wichtig sich zu überlegen, ob man die Energien der CM in Konfrontation lenken will oder ob man der Konfrontation ausweicht und die Energien in das steckt, was laut meiner Meinung nach CriticalMass ist:

Sich Freiraum nehmen, der einem sonst verwehrt wird. Machtverhältnisse aufzeigen und umdrehen.

Die Polizei ist mir da völlig egal. Sind als Gäste gerne willkommen. Bei der CM gehts mir nicht gegen Polizeimacht, sondern gegen die unreflektierte Macht der Autos. Darum will ich gegenüber der Polizei nicht eskalieren. Aber natürlich auch keinen Schritt von der Strasse weichen. Eh klar Smile

Um das zu erreichen, ist es aus meiner Sicht extrem wichtig, dass sich eine Gruppe in Graz zusammensetzt und die nächste CritialMass vorbereitet.
Theoretische Arbeit, Flyer, Deeskalationsstrategien und vor allem Medienarbeit und Kontakt zur Polizei.

Es gibt scheinbar einen inoffiziellen Polizeikontakt, wo schon im Vorfeld des letzten Mals eine Warnung kam, die leider nicht ernst genommen wurde und wo ihr euch aber auch präsentieren könntet.

Mir persönlich in Wien ist es ganz wichtig, dass die Polizei auch klar weiss, worum es uns geht. Es geht uns nicht um Konfrontation mit Polizei. Es geht uns nicht mal um Konfronation mit Autofahrern. Es geht uns darum, dass die Strassen auch uns gehören und dass wir uns die Strassen darum einfach nehmen. Mit viel Lust, Spass und vor allem selbstverständnis. Wir fahren einfach und nehmen uns den Platz den wir brauchen. Nicht mehr aber auch sicher nicht weniger. Das ist für mich revolutionär genug und revolutionärer als viele glauben Smile

Genau darum gehts bei der CM. Und darauf will ich meine Energien lenken und darauf haben wir in Wien unsere Energien gelenkt und wir sind mittlerweile über 300 Leute und es ist bisher wunderbar Smile Aber da war auch extrem viel Arbeit im Umfeld nötig, um sich mit diesem Selbstverständnis zu verankern. Medienarbeit, Polizeiarbeit, viel selbstkritik auch usw. das übliche halt. (siehe die wahnsinnsarbeit der anti-G8-vorbereitung)

Haben die Grazer Interesse an sowas? Oder wollt ihr schauen, was das nexte mal passiert. Ich glaube, wenn ihr euch nicht besser organisiert, wirds immer mehr Probleme und immer weniger Leute geben, aber vielleicht liege ich völlig falsch.

Wenn ihr interesse habt euch zu organisieren *und* den grazer teil der CM-webseite zu übernehmen *und* auch die mailadresse und ein bisschen arbeit mit medien und derzeit vor allem deeskalierend mit der polizei zu leisten, dann meldet euch bitte bei graz@criticalmass.at. Vielleicht freuts auch ein paar zur nexten CM nach wien zu kommen (zwei wochen vor eurer CM) : naked bikeride und anschliessend baden und coctailbar Smile

in wien gibts leute, die unseren ansatz zur CM zu spiessig finden, weil medien- und polizeiarbeit einfach spiessig ist.
Ist ne meinung. Ich finds andersrum. Ich finde es sehr wichtig, die CM als das zu lassen, was sie ist und nicht mit anderen Themen, Inhalten und linken Diskursen zu überfrachten.
Ich bin seit längerem immer wieder in etlichen projekten aktiv. CM ist für mich die bisher effizienteste, direkteste und vor allem lustigste Art des widerstands gegen unreflektierte machtstrukturen. Darum bin ich sehr froh, dass in wien heute über 300 leute fahren, ohne dass die CM an biss verloren hat oder was verraten hat.

im wiener forum gibts auch etliches diskussionen darüber.

ich würd mich sehr freuen, wenn die CM-graz noch grösser werden würd als die wiener derzeit.
 
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acb
Titel:   BeitragVerfasst am: 02.06.2007, 20:30 Uhr



Beiträge: 26

Zitat:
Bei der CM gehts mir nicht gegen Polizeimacht, sondern gegen die unreflektierte Macht der Autos.


mir gehts bei der cm auch nicht um konfrontation mit der polizei, deshalb würd ich auch vorschlagen, dass wir das nächste mal auf gewisse dinge verzichten wie bei rot in die kreuzung, in die einbahn fahren oder auf gegenfahrbahnen ausweichen (wobei ichs trotzdem nicht in ordnung finde, wenn diese leute als provokateure abgestempelt werden), sondern nur soweit gegen die stvo verstoßen wird, wie das für eine cm zwangsläufig nötig ist (also in der gruppe fahren, oder die gesamte gruppe fährt über die kreuzung, wenns zwischendurch die ampel auf rot schaltet).

aber polizeikontakt - wenn das jemand machen will, dann deklariert er/sie sich gegenüber der polizei als verantwortlich, heißt im klartext: die polizei wird vermutlich versuchen, routen durchzusetzen, wo der autoverkehr nicht beeinträchtigt wird, und heißt vor allem wenns anzeigen wegen nicht genehmigter versammlung gibt, dann werden diese leute angezeigt.

momentan könnte sich noch jede/r, der/die eine anzeige wegen der stvo bekommen hat, damit verteidigen, dass er/sie an einer versammlung teilgenommen hat, für die es keine verantwortlichen gibt und wird vermutlich nichts zahlen. das ginge dann halt nimmer, wenn die behörden in graz mal adressatInnen für die cm haben.

ich schlag also eher vor, zu deeskalieren, indem wir das, was die polizei letztes mal als massiven verstoß wertete, auslassen, und dorthin fahren, wos defintiv keine radwege gibt. dann bieten wir den behörden einfach keine so leichten vorwände mehr, einzugreifen.
 
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peer
Titel: kontakt und verantwortung  BeitragVerfasst am: 02.06.2007, 20:46 Uhr



Beiträge: 5

Im Umfeld der Criticalmass zu arbeiten, heisst nicht, Verantwortung für die 2h zu übernehmen, wo die CM durch die Stadt fährt.

Polizei- und Medienkontakte laufen oftmals anonym per mail oder informell. Wir arbeiten in Wien seit fast einem Jahr informell auf diese Weise. Wir tun was, ohne uns zu deklarieren. Und vor allem ohne uns einschränken zu lassen. Wir kooperieren nicht, aber wir informieren, klären auf und beruhigen wo es geht. Und wir zeigen Stärke, wo wir eskalation und repression erfahren. Das ist in vielen Bereichen politischer Arbeit so. Aber ich finde es sehr wichtig, wenn es ein paar leute gibt, die sich das was überlegen und was tun.

Vor allem bei CM, die sich ja nicht als klassische Demo versteht.

Ich glaub, es ist wahnsinnig wichtig, dass wer gute Flyer macht, sich Texte überlegt, die mailadresse betreut und vor allem Texte an die Polizei schreibt, die dann von euch direkt oder über uns weitergeleitet werden. Und ich glaube auch, dass uns die Medienarbeit viel gebracht hat.

Zum Thema STVO : das mit rot und einbahnen und gegenfahrbahn sehen wir auch so. Das abschaffen der radwegspflicht ist uns aber auch alle sehr wichtig. Und es ist kaum zumutbar, dass 70 leute am Radweg fahren. Ich glaube es ist nichtmal zumutbar dass ich mit meinem empfindlichen Rad alleine am Radweg fahre, wo doch da immer wieder Äste und Wurzeln und ... sind.
Aber das ist mein privatsenf. In Wien haben sich die route und die regeln sehr schön selbst gezeigt.
 
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