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Artikel 

geschrieben von: skillz am Montag, 27. März 2006, 19:28 Uhr ||| 1669 Aufrufe


Danny Schechter seziert die globale Medienwelt, mit seinen Büchern, auf Websites und mit ausgezeichneten Dokumentarfilmen. agit.DOC - die neue Dokumentarfilmreihe im Forum Stadtpark zeigt den aktuellen Film "Weapons of Mass Deception" am Do.30.03.2006, 19.00 Uhr.

Danny Schechter hat mit g24.at Moderator skillz über die aktuelle Situation der Medien gesprochen..

Anmerkung: Dieses Interview erschien in gekürzter Fassung im FALTER Steiermark 12/06 - hier nun die ungekürzte Fassung.

"Weapons Of Mass Deception" (US/2004) -> Do.30.03.2006 @ Forum Stadtpark
Infos: http://agit.doc.g24.at



„Wie ein Besessener“, sagt er selbst, ist Danny Schechter seit mehr als vier Jahren an der Arbeit. Seit dem 11. September 2001 untersucht der Journalist, der früher für CNN und ABC arbeitete und für seine Reportagen und TV-Dokumentationen mit zwei Emmys ausgezeichnet wurde, die globale Medienlandschaft, und analysiert als „News Dissector“ in seinem täglichen Weblog ihre Deformationen und Spins. Schechter ist außerdem Chefredakteur von MediaChannel, eines weltweiten Informationspools zum Thema Medien, Gründer der Filmproduktionsfirma Globalvision, und hat zahlreiche Bücher zum Thema Medienkritik veröffentlicht, zuletzt das Buch zum Dokumentarfilm „Embedded: Weapons of Mass Deception: How the Media Failed to Cover the Iraq War“.

**********

skillz: In ihrem aktuellen Film “Weapons of Mass Deception” entlarven sie die Berichterstattung der US Medien als einseitig und unbalanciert. Sehen sie Licht am Ende des Tunnels? Eine Chance dass sich das ändert?

Danny Schechter: Die Medienberichterstattung hat sich nicht sehr verändert, obwohl sich die öffentliche Meinung gegen den Krieg gewendet hat. Die gefährliche Situation im Irak hat eigentlich weniger Berichterstattung bewirkt. Die Situation der Medien ist manchmal schlechter, manchmal besser.
Die Medienkonzentration nimmt nach wie vor zu und eine kürzlich veröffentlichte Studie zum Thema „State of the Media“ kommt zum Schluss, dass es zwar mehr Medienkanäle gibt, aber weniger Stories und weniger gründliche Berichterstattung.

Q: Wie denken Sie über die Situation der Medien in Europa?

A: Die positive Seite ist, dass die Medien in Europa eine Tradition an Vielfalt haben und im Gegensatz zu den meisten amerikanischen Medien nicht vor Kontroversen und Kritik zurückschrecken. Zugleich kann man aber vor allem in England einen Trend hin zu den „Tabloid“ Formaten erkennen. Mehr Infotainment in Italien und Skandale bei großen Medienkonzernen sind europaweit ebenfalls zu beobachten. Ähnlich wie in den USA ist eine Zunahme des Drucks auf Medien erkennbar bzw. schon vorhanden.

Q: „Good Night And Good Luck“, der neue Kinofilm von George Clooney thematisiert das Fernsehen in den 50er Jahren. Wir werden an Edward R. Murrow erinnert, einem Journalisten mit Mut zur Konfrontation. Kennen Sie ähnliche Beispiele von engagierten Journalisten der heutigen Zeit?

A: Ich war gewissermaßen ein „Kind“ Murrow's, denn seine Arbeit hat mich und viele andere inspiriert Journalist zu werden. Es ist jedoch anzumerken, dass auch er Makel hatte und teilweise ziemlich berechnend und moderat in seinen Meinungen war. Am Ende arbeitete er für die „US Information Agency“ und hat sogar einen eigenen Dokumentarfilm zurückgehalten.
Es gibt aktuell viele JournalistInnen mit einer Menge an Courage, Blogs verfassend, in neuen Medien tätig, oder auch traditionell investigativ tätig, wie Seymour Hersh, der ja schon während des Vietnamkrieges Pionierarbeit geleistet hat. Britische JournalistInnen wie Robert Fisk, FilmemacherInnen wie John Pilger und RadioredakteurInnen wie Amy Goodman (Democracy Now) sind ebenfalls dieser Tradition verpflichtet.



Q: Sie sind der Chefredakteur und Gründer von www.mediachannel.org , einem weltweiten Informationsportal, das sich der Kontrolle und Beobachtung der Medienszene verschrieben hat. Ist das weltweite Networking unter Journalisten eine Chance zur Verbesserung der Situation?

A: Es ist ein Versuch durch eine globale Plattform etwas zu ändern, mediale Themen über Grenzen hinweg zu diskutieren und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit darauf zu lenken, dass Medien ein Thema sind und nicht nur eine Krankheit.

Q: Sie haben im Februar das „Al Jazeera Forum“ in Katar besucht. Das Thema bei dieser Konferenz war: „Defending Freedom, Defining Responsibility“. Ihre Eindrücke?

A: Sehr beeindruckend! Eine hohe Bandbreite an Standpunkten. Einige sehr mutige Reporter berichten weiterhin unter Wahrung ihrer Unabhängigkeit direkt von den Frontlinien. Ein arabischer Vortragender sagte, dass US-Amerikaner weniger reale Auswahl an Medien haben als Menschen in der arabischen Welt und dadurch über globale Angelegenheiten unterinformiert sind.

Q: Das Pentagon hat 2004 4,78 Milliarden $ für „Strategische Kommunikation“ ausgegeben. Denken Sie dass dieses Budget auf Grund der globalen medialen Entwicklungen, wie der geplanten neuen internationalen Al-Jazeera TV Station, oder auch dem Venezoelanischen Telesur TV, angehoben werden muss?

A: Das Pentagon gibt immer mehr Geld aus, da Informationsdominanz angestrebt wird. Das ist in einer Welt mit so vielen unterschiedlichen medialen Stimmen schwierig. Sie hatten jedoch Erfolg mit der Beeinflussung der Wahrnehmung der US-Amerikanischen Fernsehkonsumenten, aber auch das ändert sich. Die Macht des Pentagon und die „orwell'sche“ Herangehensweise sind jedoch furchterregend.

Q: Ihr aktueller Film „Weapons of Mass Deception“ wird im März auch beim „Human Rights Film Festival“ in Genf gezeigt. Da die Menschenrechte derzeit von vielen Staaten (auch den USA) jedoch mit Füßen getreten werden, ist die Situation auch für Journalisten immer schwieriger. Wird es zum Standard, dass Journalisten ihr Leben riskieren müssen?

A: Wir müssen untereinander Solidarität beweisen und für die Freiheit der Medien weltweit eintreten, sowie unabhängige Untersuchungen von Verbrechen gegen Journalisten fordern! Journalisten sollten auch für eine offene, transparente und selbstkritische Herangehensweise eintreten.

Q: Sie haben für Mainstream-Medien wie ABC und CNN gearbeitet und haben nach wie vor einen guten Einblick in diese Szene. Was denken Sie über Journalisten die ihren Job auf Grund von kritischer Berichterstattung verlieren?

A: Das derzeitige Klima hat zu mehr und mehr Selbstzensur geführt - „getting along by going along“. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit hat zB die Washington Post erst kürzlich 80 Journalisten entlassen. In der Medienszene fehlt immer mehr Menschen der Mut, denn wenn einige gefeuert werden, dann verstehen die anderen die „message“ und ducken sich. Es ist schwierig in den Newsrooms gegen Konformität und Absprachen zu kämpfen. Zur Erinnerung: die meisten Journalisten suchen sich ihre Stories nicht selbst aus, denn sie arbeiten im Rahmen einer hierarchischen Struktur und haben Aufträge zu erfüllen. Einige haben mehr Freiheiten als andere, aber wenn Budgets gekürzt werden und professionelle Arbeit mehr Zeit braucht, dann leidet die Qualität darunter.

Q: Transformiert wirtschaftlicher Druck Journalisten zunehmend zu PR-Agenten?

A: Es gibt bereits jetzt drei Mal so viele PR Absolventen und Wirtschaftsexperten wie Journalisten von Medienschulen. Meinungen zu schreiben ist billig, Reportagen brauchen Zeit und kosten viel. Wenn Budgets gekürzt werden, gewinnt die PR-Fraktion meist an Einfluß.

Q: Durch ständige Erhöhungen im Budget für „Strategische Kommunikation“ des Pentagon wird es für viele immer schwieriger Propaganda und Media-Spins zu entlarven. “Take Back The Media” ist ein bekannter Slogan, aber wie kann man den enormen Budgets und Wirtschaftsinteressen des “Militärisch-Industriellen Komplexes” entgegentreten?

A: Es ist tatsächlich ein echtes Problem unsere Arbeit aufrechtzuerhalten. Wenn Menschen in Österreich helfen wollen die Amerikanische Politik zu ändern, dann sollte man unabhängige Medien unterstützen! Ich wünschte das wäre ein Scherz, aber in der Tat brauchen wir ausländische Unterstützung. Wir haben große Aufgaben: nicht nur über News zu berichten, sondern sie auch zu vermarkten und neue Technologien einzusetzen. Mediachannel.org hat eine ambitionierte Agenda und wird seit Jahren von Partnern in Italien unterstützt. Ich selbst bin in die Medien gegangen um auf Probleme der Welt aufmerksam zu machen und habe erkannt, dass die Medien auch eines sind. Es ist ein globales Problem und wir müssen international zusammenarbeiten. Erfreulicherweise werde ich in Europa sehr oft als Vortragender eingeladen, wie zum Beispiel bei der Konferenz der „International Federation of Journalists“ in Bled, Slowenien. Ich war auch schon Gast der Ars Electronica in Österreich.

Q: Sind Sie Optimist was die Zukunft betrifft?

A: Ja natürlich. Wie Gramsci sagte: „Pessimismus der Intelligenz, Optimismus des Willens“.

Danny Schechters aktuellster Dokumentarfilm Weapons of Mass Deception wird zur Zeit nicht nur am Human Rights Film Festival in Genf gezeigt, sondern am 30.03.2006, 19.30 Uhr, auch im Rahmen der neuen agit.DOC-Dokumentarfilmreihe im Forum Stadtpark Graz. Infos: http://agit.doc.g24.at

Interview und Übersetzung: skillz / FALTER / g24.at

Links und weitere Infos zu Danny Schechter:
http://www.wmdthefilm.com (website zum Film "Weapons Of Mass Deception")
http://www.newsdissector.org (Danny Schechter's Blog)
http://www.mediachannel.org





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skillz
28.03.2006, 11:37
habe Schechter noch ein paar zusatzfragen aufgrund der aktuellen entwicklungen gestellt, er hat wie imme rpfeilschnell geantwortet:

1) what in general is your take on 9/11 - have you studied it and
are you aware of the tons of suspicious things going on?


Well there is a growing 911 "truth movement" with tons of websites and competing theories..our company is helping on a 911 film..I do not buy the official story but am not fully persuaded by all the conspiracy theories either.

2) what do you think about Charlie Sheen's Statements on Radio
and CNN Showbiz Tonight last week?


I saw it---I am more interested in the why done it, rather than the how done it....was there a controlled demolition--most of the experts say no....I don't know

one site I really can recommend: http://cooperativeresearch.org/project.jsp?project=911_project

I have seen it---this time line is excellent

3) How do you think about the NON-coverage of mass media like the NY Times and others?

As a rule they uphold establishment views and discount conspiracies until they can't as in the Watergate conspiracies....they tend to put down the 911 people as fanatics and worse.

Danny Schechter, vom 27.03.2006.
t-.
28.03.2006, 12:20
sehr interessantes interview - spannendes thema - freu mich schon auf die filme am donnerstag

kriegsführende haben die medien bzw. informationskanäle schon immer auszunutzen gewußt. da hats auch bei der diagonale ein special zum thema gegeben (das ich leider verpasst habe): "Die umkämpfte Leinwand - Die k.u.k. Kriegswochenschauen."
skillz
28.03.2006, 18:57
und weiter gehts mit dem flash interview mit Danny Schechter (28.03.2006):

1) Would you support a new investigation, a new commission, which has independent members, not like the first whitewash commision (remember, they first appointed Kissinger, who had to resign after 2 weeks)?

Yes, our film is about this

2) If you remember The Clinton/Lewinski affair and what an uproar that was, why is there no similar uproar now? Where are the Democrats?

Good question

3) what leaves me really stunning, is the fact that the Moussaoui case is making the big news, his "confession" is the spin of this week.
to any person with a working brain, this must be suspicious, because Moussaoui denied his involvement in the 9/11 plot, then he had this famous appearance in court, screaming "I AM AL QUAIDA", and being pulled off..

then yesterday.. oh what a surprise.. he is telling with a very calm voice that he was part of the plot and that Bin Laden directly gave the orders..

I mean.. sorry, but I just dont buy this.. but it is the big spin this week..


He is a sick man, driven mad in part by his imprisonment and desire to die,me thinks....He may have been part of the plot but so far no proof that i saw

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