g24.at

smalltalk - Schon mal ...?

hannani - 13.07.2005, 18:01 Uhr
Titel: Schon mal ...?
... ein tolles arbeits-erlebnis gehabt. erzähls mir, mich interessierts.

laut a. kien heißt es "arbeit macht spaß - spaß macht erfolg"

will sehen, ob das auch stimmt.

einfach schreiben, würd mich freuen.
luxx - 13.07.2005, 20:29 Uhr
Titel:
stromausfall ... heute war stromausfall und alle haben gelacht und sich gefreut ... so wie damals, als wir schulfrei bekommen haben an schneereichen tagen
hannani - 14.07.2005, 16:36 Uhr
Titel:
na immerhin, und sonst nix?
hast du keinen spaß bei der arbeit?
luxx - 14.07.2005, 17:14 Uhr
Titel:
du musst dir das so vorstellen ...
Es kann vorkommen dass mir mein Arbeitskollege im Minutentakt verständlichmacht, was fuer ein Voollidiot ich nicht sei. Doch am Ende hab ich das letzte Wort
und dann hab ich so richtig viel spass bis alles wieder
von vorne losgeht.
sjotje - 15.07.2005, 13:16 Uhr
Titel:
aha.

mehr kann man dazu nicht sagen.
I - 15.07.2005, 14:50 Uhr
Titel:
also "spaß machen" ist für mich in bezug auf arbeit nicht wirkl. die richtige wortwahl. für mich ist arbeit immer dann befriedigend, wenn ich die von mir aufgewandte energie in irgendeiner form wieder zurückbekomme.
ein beispiel dafür wäre es etwa, wenn ich koche, die leute das produkt meiner arbeit zu schätzen wissen und mir das auch mitteilen. auf eine andere weise befriedigend ist es natürl. auch, wenn ich mir das gekochte einfach selber reinzieh und ich davon satt werde. auf eine qualitativ höhere befriedungsstufe stellt es sich, wenn´s nicht nur satt macht, sondern ich auch mit dem geschmack zufrieden bin. aber am allercoolsten ist es, wenn beides zusammenfällt und sowohl die anderen als auch ich selber von meiner arbeitsleistung begeistert sind.
hier dreht es sich also ums arbeitsResultat

wenn ich die arbeitsTätigkeit betrachte, geht es bei mir immer darum, dass ich mich kreativ entfalten kann und mir niemand vorschreibt, was ich zu tun habe.
arbeit muss selbstbestimmt sein, um für mich befriedigend sein zu können. in krassem gegensatz dazu stehen für mich die allermeisten "arbeits"verhältnisse, die bedingt durch die kapitalistische ökonomie zustande kommen. hier spreche ich auf grunde des dahinterstehenden wirtschaftlichen zwanges dann lieber von "lohnsklaverei". es ist sehr praktisch diese begriffliche unterscheidung zu treffen, weil sich die thematik folglich einfach klarer betrachten lässt.

wie ich u.a. bei mir selbst beobachten kann, gibt es allerdings nicht nur die beiden pole "arbeit" und "lohnsklaverei", sondern einiges dazwischen, dass ich mal als "lohnarbeit" bezeichnen möchte. ich selber bin ja in der absolut glücklichen lage, mich (noch) nicht als lohnsklave verkaufen zu müssen, da ich über genug erspartes verfügen kann, um meine grundbedürfnisse befriedigen zu können. folglich ist es für mich also zwangfrei, wenn ich ein lohnverhältnis eingehe, weil ich eben nicht von dem lohn abhängig bin. ich kann daher jederzeit völlig frei entscheiden, ob ich einen bestimmten task gegen bezahlung erfüllen will, oder lieber nicht. wenn die ersparnisse weniger werden und der ökonomische druck steigt, schaut das dann ganz anders aus.
ich denke den meisten von euch geht´s da nicht so gut. würd mich eh ur interessieren, wie das bei euch so abrennt und wie sich das theoretisch in den von mir genannten begrifflichkeiten ausdrücken ließe.

ich wünsche mir eine gesellschaft, in der für die maximale befriedigung der bedürnisse der einzelnen individuen gearbeitet wird und nicht nach fix vorgegebenen und (scheinbar) unumgänglichen regeln, die von einer kapitalistischen ökonomie vorgegeben werden, die eigendynamisch alle lebensbereiche der menschen beherrscht und eine freie entfaltung individueller lebensweisen verhindert.

wir müssen uns der ausrichtung der "arbeit" auf profitmaximierung gezielt widersetzten, denn diese bedingt nur die ständige reproduktion des kapitalismus, nicht aber menschliche glückseligkeit. stattdessen sollten wir unsere arbeitsleistung der lustmaximierung der einzelnen individuen widmen - das wäre für mich dann kommunismus. Smile Cool Smile
darksider - 15.07.2005, 15:02 Uhr
Titel:
I hat folgendes geschrieben:
also "spaß machen" ist für mich in bezug auf arbeit nicht wirkl. die richtige wortwahl. für mich ist arbeit immer dann befriedigend, wenn ich die von mir aufgewandte energie in irgendeiner form wieder zurückbekomme.
ein beispiel dafür wäre es etwa, wenn ich koche, die leute das produkt meiner arbeit zu schätzen wissen und mir das auch mitteilen. ...


also bei einer Deutsch Schularbeit würde ich jetzt sagen: Thema verfehlt Laughing
ahead - 15.07.2005, 15:46 Uhr
Titel:
mir machts spass auf mein konto zu schaun und kein minus zu habn. ich kapitalist ich
I - 15.07.2005, 16:37 Uhr
Titel:
@ds: selbstbestimmte arbeit war ein kernsatz.
...aber haubtsache ich hab den hr. prof. von der dunklem seite gedürft mit grammatikalische exzellenz aufwartet. Wink

ich hab halt von vielen persönlichen arbeitserlebnissen abstrahiert und versucht ein paar begrifflichkeiten zu definieren, um ein bisschen system in meine reflexion reinzubringen.

@ah-head: für einen guten kapitalisten erwisch ich dich viel zu oft bei nicht-produktiver arbeit.

@hannani:
wie schaut´s denn bei dir selber aus? was hackelst denn?

..."arbeit macht spaß - spaß macht erfolg!"suggerierte sich der proletarier zum tausendfünfhundertsechsundzwanzigsten male als er mit einem breiten lächeln im gesicht die hebeln der großen maschine bediente.
hannani - 18.07.2005, 13:05 Uhr
Titel:
arbeite im pr bereich.
und ja, mir macht meine arbeit spaß. weiß ja nicht ob ich das hier sagen darf, aber dafür gibts ja auch einen hintergrund:
nämlich die fish-philosophie! damit arbeiten wir und deswegen interessiert es mich auch, wie andere spaß an ihrer arbeit definieren.
wichtig ist, seine einstellung zu wählen. denn wenn ich jeden tag mit einem unguten gefühl zur arbeit gehe, werde ich nie spaß haben. wenn ich aber in der früh aufstehe, für mich eine positive einstellung wähle, dann ziehe ich diese ganzen negativen ereignisse gar nicht an. die leute sind freundlich zu mir, ich bekomme den termin, den ich seit wochen versuche zu fixieren und der chef lädt mich und meine kollegen zum mittagessen ein.

sollte jemand mehr interesse daran haben, lasst es mich einfach wissen. ich lasse euch gerne informationen zukommen.
luxx - 18.07.2005, 19:26 Uhr
Titel:
klingt gut ... wuerde gerne wissen wie sehr diese
philosophie in krisenzeiten gilt

zb:
wenn alle immer happy sind und winwin situtationen und
dergleichen suchen aber das projekt den bach runtergeht
weil a) schlechte planung b) zuwenig kapital etc.
ja was tut der chef dann? ne party veranstalten ...

ok spasz beiseite, koennte mir ja vorstellen dass man
dann eben das pokerface aufsetzt zu allen trotzdemfreundlich ist und soschnellwiemoglich das sinkende schiff verlaesst Smile

koennte aber auch vorstellen dass man mit einem
breitem grinsen recht viel positive energie erzeugt
die ja somanches retten koennte

also nochmal: was soll man tun wenn der firmensegen gerade schief haengt ... denn wenn alles gut ist hat
man ja leicht lachen Smile
rotz - 18.07.2005, 21:34 Uhr
Titel:
ich hab ja von leut ghört die irrsinnigen spass dabei gehabt haben ihre firma nach strich und faden zu bestellen. tolles zeug für den eigenbedarf, nette geschenke für den freundeskreis und verständnissloses kopfschütteln wenn die chefetage nachfragt wie dass alles bloss gestohlen werden konnte...
hat sich ganz lustig angehört,
aber natürlich moralisch extremst verwerflich,
die firma darf ja nicht konkurs gehen...

im netz hab ich sogar mal nen comic gefunden der sich um das thema gedreht hat und der, so autor, ausschliesslich mit geklauten materialien wärend der arbeitszeit geschaffen wurde. den geh ich gleich posten wenn ich ihn wieder find...
hannani - 19.07.2005, 13:29 Uhr
Titel:
@luxx:
nun ja, ich würde das mal so interpretieren, dass man vieles vermeiden kann, wenn man die fish-philosophie anwendet.

im prinzip ist es ganz einfach zu erklären *haha*:
fish! ist kundenorientiert. es geht dabei um den richtigen umgang mit kunden UND mitarbeitern. fish sagt, dass arbeit spaß machen kann und auch soll, weil sich dadurch der erfolg einstellt.

wennst wirklich interesse an dem ganzen hast, dann darf ich dir ein buch empfehlen:
alexander kien, "verkauf den FISH!"
bekommst du bei amadeus, denk ich mal. ansonsten im internet.

da stehen viele interessante sachen drinnen und die entsprechen so gar nicht den üblichen Fish-Büchern, die es bereits gibt.
I - 19.07.2005, 14:43 Uhr
Titel:
klarerweise ist es wichtig - sogar absolut essentiell, dass mensch spaß an der arbeit (ob bezahlt oder nicht) hat, die sie/er verrichtet. aber ich denk mir, es geht nicht darum, dass mensch sich einredet, dass einem das, woran mensch gerade arbeitet, trotz eigentlichem missfallen ja eh freude bereitet, sondern, dass mensch sich immer wieder genügend zeit nimmt, um ihre/seine aktuelle tätigkeit auf einer metaebene zu reflektieren...einfach zu schaun, ob einer/m das auch wirkl. taugt, was mensch grad macht und wenn das nicht der fall ist, was anderes anzugehen.

das fish ding ist ja absolut nix neues. solche motivationsideologien zur verschleierung des antagonistischen verhälntnisses von arbeit und kapital produziert der kapitalismus ja schon seit jahzehnten ergebnis:
steigerung der ausbeutungswilligkeit der lohnsklavInnen
- inkl. völligem unverständnis des ausbeutungsverhältnisses. marxsche theorie kommt ja in den heimischen lehrplänen klarerweise nicht vor Wink

aber betrachten wir das mal nicht so einseitig.
ein subjektiv und temporär angenehmeres arbeits-feeling kommt sicher dabei raus, wenn mensch sich einer solchen arbeitsideologie anvertraut. und wenn es einer/m kein anliegen ist, den kapitalismus als auf allen ebenen zerstörerisches wirtschaftssytem zu überwinden, dann macht es in gewisser weise wohl sinn, sich mit seiner aktuellen arbeitssituation zu arangieren anstatt nach etwas erfüllenderem zu streben.
wenn jemand aber ohnenhin wirklichen spaß an ihrer/seiner arbeit hat, dann braucht sie/er ja keine fish ideologie!

was ich brauche, ist die lebenslängliche möglichkeit, jeden tag mit den tätigkeiten zu füllen, von denen ich annehme, dass sie mich am meisten befriedigen. bis 26 wird das bei mir ja noch kein stress sein, aber dann werden sich die "ökonomischen zwänge" um einigstes verschärfen...
...mal sehen, ob ich dann auch fishen gehen muss

Wink
I - 19.07.2005, 15:09 Uhr
Titel:
Zitat:
wichtig ist, seine einstellung zu wählen. denn wenn ich jeden tag mit einem unguten gefühl zur arbeit gehe, werde ich nie spaß haben. wenn ich aber in der früh aufstehe, für mich eine positive einstellung wähle, dann ziehe ich diese ganzen negativen ereignisse gar nicht an. die leute sind freundlich zu mir, ich bekomme den termin, den ich seit wochen versuche zu fixieren und der chef lädt mich und meine kollegen zum mittagessen ein.


dass mensch mit einer negativen einstellung negative ereignisse anzieht hat wohl schon jeder/m von uns beobachtet, aber verbaust du dir nicht möglichweise vieles, wenn du jeden morgen aufstehst und dir deine situation so zurechtbiegst, dass es dir ja nur taugen kann, weil du negative gefühle einfach untersdrückst?
ich glaub dir echt, dass dir deine arbeit spaß macht und das natürl. auch völlig o.k., aber vielen leuten geht es da ganz anders und denen wird so eine ideologie wie fish nachhaltig betrachtet sicher nicht weiterhelfen.

und an dich zum abschluss noch die wichtige frage:
kannst du dir was schöneres vorstellen als mit deinem chef mittagessen zu gehen? und ist es wirkl. dein heftigstes bedürfnis, einen bestimmten termin zu kriegen, oder gäb´s da was anderes, das dir eigentlich viel mehr freude bereiten würd?
würdest nicht oft gern was anderes machen, wenn du könntest?
hm - 19.07.2005, 16:05 Uhr
Titel:
Also ich denk dass es schon wichtig ist, sich mit der Arbeitssituation zu arrangieren. Weil, wenn man/ frau jeden Tag schon beim Gedanken an die Arbeit Magenweh kriegt, das steht auf Dauer niemand durch.

Trotzdem denk ich mir auch, dass diese ganzen
"positiv-denken" Techniken auf Dauer auch Kontraproduktiv sein können.
Weil wenn mir mein Job eigentlich überhaupt nicht taugt und ich den Chef nicht auststehen kann, aber immer freundlich grinse, dann kann halt passieren, dass das unterdrückte Bauchweh irgendwann zum echten Magengeschwür wird. Oder man läuft irgendwann Amok, wenn man drauf kommt, zu was man da die ganze Zeit grinst.

Ich für mich will/ muss/ kann aber trotzdem sagen, dass ich meistens gern arbeite.
Ich bin echt glücklich, mit dem was ich tu. Und wenn's mich manchmal total anzipft, dann lach ich gar nicht sondern maul drüber und lass den Grant raus. (Indem ich anderen Leuten erzähl was grad schief läuft, oder warum nicht, allein im Wald, beim Laufen gehen, oder in dem ich meinem Tagebuch vorjammer,....)

Auch nach der Revolution wird uns unsere Arbeit nicht jeden Tag Spaß machen, aber die Verhältnisse werden fairer sein, und wie wir genau damit umgehen, was mit unangenehmen Arbeiten sein soll, dass müssen wir noch weiter diskutieren, oder?
I - 20.07.2005, 15:04 Uhr
Titel:
Zitat:
Auch nach der Revolution wird uns unsere Arbeit nicht jeden Tag Spaß machen


nach welcher revolution?

ich kann sehr gut nachvollziehen, was du da schreibst. ist unserer aktuellen lage entsprechend sehr realistisch und es ist wohl vernünftig sich so zu verhalten.
der kapitalismus lebt aber mittlerweile angeblich halt auch davon, dass leute selbstbestimmt arbeiten (also auch aufmucken) dürfen und sich kreativ zieml. frei entfalten können - in gewissen arbeitsbereichen zumindest.
es ist eben ein gewaltiger widerspruch für das eigene ökonomische bestehen lohnarbeiten zu müssen und damit tagtäglich des kapitalistische wirtschaftssytem zu reproduzieren, welches mensch als revolutionärIn (oder einfach nur halbwegs vernünftiger mensch) ja eigentlich überwinden will. aber damit müssen wir halt (über)leben. die arbeiterInnen der klassischen arbeiterInnenbewegungen des 19. und frühen 20. jahrhunderts waren halt (ideologisch und emotional) deutlich schlechter in den produktionsprozess integriert als die meisten menschen (im reichen westen), das heute zu sein scheinen. ...aber mal sehen wie lange es noch möglich ist, die derzeitige integrationsintensität aufrechtzuerhalten. vielleicht schaut´s mit dem revolutionspotential ja bald schon ganz anders aus Wink
...aber ich bin disbezüglich seeeeeeeeeeehhhr pessimistisch ...und intergriere mich mehr und mehr in den etablierten kulturbetrieb - stehe am beginn des weges den schon die generation vor mir beschritten hat und frage mich, wie ich so schnell zu dem geworden bin, das ich vor wenigen jahren noch verabscheut und sogar bekämpft habe. "ökonmomische zwänge" und altersbedingte begwemlichkeit.
nur, dass das so schnell geht, hätte ich mir nicht gedacht. ??? Rolling Eyes ? Smile ? Rolling Eyes ? Crying or Very sad ??? Rolling Eyes
darksider - 20.07.2005, 15:09 Uhr
Titel:
[quote="I"]
Zitat:
...und intergriere mich mehr und mehr in den etablierten kulturbetrieb - stehe am beginn des weges den schon die generation vor mir beschritten hat und frage mich, wie ich so schnell zu dem geworden bin, das ich vor wenigen jahren noch verabscheut und sogar bekämpft habe. "ökonmomische zwänge" und altersbedingte begwemlichkeit.
nur, dass das so schnell geht, hätte ich mir nicht gedacht.


existenzangst?
keine Vision mehr?
hannani - 20.07.2005, 15:28 Uhr
Titel:
ihr macht das ganze viel komplizierter als es ist. mit euren hochtrabenden ausdrücken, die man nur dann versteht, wenn man sich auch in diese richtung beschäftigt ... das ist nicht das ziel von dem ganzen.
das ziel soll sein, so leicht verständlich wie möglich den arbeitern und angestellten ein gutes gefühl zu vermitteln. dass da nur die eigene einstellung zählt, stimmt natürlich nicht. deswegen heißt es ja fish-philosophie. ein unternehmen muss sie leben um den mitarbeitern das auch bieten zu können.
natürlich reichts nicht aus, wenn ich eine positive einstellung wähle und mein chef dauernd nervt und ungut ist.
wichtig ist, dass das ganze unternehmen daran glaubt und danach handelt. man kann schon gerne seine meinung kund tun, und das von mir aus auch mal lauter, aber im prinzip gehts um das miteinander im gesamten unternehmen.
mein chef, z.b., versucht mich zu motivieren, indem er versucht herauszufinden, auf welche art und weise ich anerkennung suche. ist man nun ein mensch, der es braucht, verantwortung zu übernehmen, dann lasse ich ihm als chef spüren, dass er eine verantwortungsbewusste position hat und diese auch gut macht. ich wette, dann gehts dem typ gleich viel besser und wenn er dann noch die richtige einstllung gewählt hat, haben wir das perfekte fish-beispiel.
kurzum: es zählt zwar jeder einzelne, aber nur in der gruppe sind wir stark Smile
I - 20.07.2005, 16:47 Uhr
Titel:
sorry hannani, ich hab aber versucht mich möglicht verständlich und unkompliziert auszudrücken. ...und sorry auch fürs high-jacken deines threads.

der inhalt deines letzten postings macht auf jeden fall sinn, aber ich hält die fish-ideologie angewandt innerhalb einer kapitalistischen ökonomie eben für gefährlich, weil systemerhaltend. wenn wir kommunistisch - also unseren bedürfnissen entsprechend produzierend - wirtschaften würden, oder auch schon in unserem jetztigen alltag ausserhalb des arbeitsplatzes, sind viele aspekte von fish sicher sinnvoll. und natürlich auch, wenn mensch sich mit dem kapitalismus arranrgieren will. aber das will ich eben nicht. oder zumind. nur soweit das für mein überleben notwendig ist - aber mit ständigen perspektive einer kommunistischen lebensweise.

@darksider:

existenzangst? durchaus. v.a., wenn´s mir gesundheitlich schlecht geht und ich mich nicht darauf verlassen kann, dass ich im vollen besitz meiner fähigkeiten für mein auskommen sorgen kann.

keine visionen mehr?
desillusion auf allen ebenen. viel realismus und deutlich gesteigerte kompromissbereitschaft (förderungen, sponsoring), aber durchaus noch visionen!!
kommunismus mit maximaler individueller entfaltungsmöglichkeit der menschen!!

...aber das funktioniert derzeit halt leider auch im ganz kleinen nicht. versuche scheitern zumeist kläglichst an der verantwortungslosigkeit der beteiligten.
../[._/ - 20.07.2005, 17:07 Uhr
Titel:
I hat folgendes geschrieben:

...aber das funktioniert derzeit halt leider auch im ganz kleinen nicht. versuche scheitern zumeist kläglichst an der verantwortungslosigkeit der beteiligten.


ist zwar etwas offtopic, jedoch möcht ich hier kurz einsteigen,
ist dies nicht das paradoxum schlecht hin!?
kenn die selbe problematik, hab ich nicht einmal sondern des öfteren hautnah erlebt, und dabei sollt es doch gerade im kleinen möglich sein, dachte ich mir..... Rolling Eyes
hannani - 21.07.2005, 13:08 Uhr
Titel:
tut mir echt leid, dass jetzt sagen zu müssen, aber ich hab schon zu viele menschen kennen gelernt, die nicht kapitalistisch veranlagt waren und wirklich IMMER den kürzeren gezogen haben. aus diesem grund hab ich mir den kapitalismus zum teil angeeignet, um nicht immer ganz unten stehen zu müssen.

das hat aber in meinen augen eher wenig mit der fish-philosophie zu tun. sie besagt nicht in erster linie, den gewinn zu steigern und die kosten zu senken. bei fish geht's um die produktivität und kreativität der mitarbeiter und wie diese auf sinnvolle und (ausnahmsweise mal) schmerzlose art und weise gesteigert werden kann. ich denke, dass dies nicht im geringsten schlecht ist.

sollte es jemals zu ein fish-epidemie kommen (was ich stark bezweifle) dann habens nur jene schwer, die nicht mittun, aber das gilt für alle ansichten, egal ob fish oder elch. oder irre ich mich da?

bitte dich noch um eine kurze erklärung: warum ist systemerhaltend gefährlich? abgesehen davon, dass wir uns (hoffentlich) nach vorne entwicklen!

______________________________________________________
www.kiening.at
I - 21.07.2005, 15:02 Uhr
Titel:
Zitat:
warum ist systemerhaltend gefährlich?


um nicht schon wieder einen ganzen traktat abzufassen, halte ich meine antwort so kurz und prägnant wie möglich:

Der Kapitalismus ist ein eigendynamisches Wirtschaftssytem, innerhalb dessen Produktion nicht im Sinne der Befriedigung menschlicher Bedürnisse, sondern lediglich mit dem Zweck seiner eigenen Aufrechterhaltung erfolgt. Diese Aufrechterhaltung ist nur durch stetige Expansion möglich. Letztere muss in Bezug auf menschliche Interessen rücksichtlos geschehen.
Folgen (u.a.): verkrüppelte zwischenmenschliche Beziehungen, Verarmung großer Teile der menschlichen Population, Montonisierung der Ökosysteme - Zerstörung des Planeten...

Theoretisch darzustellen, auf welche Weisen es uns der Kapitalismus (+das Patriarchat etc.) verunmöglicht, gesunde zwischenmenschliche Beziehungen zu führen, ist eine zieml. schwierige Aufgabe, die ich an dieser Stelle nicht versuchen will. Auf Grunde der enormen Komplexität der Problematik gibt es diesbezügl. auch noch extrem großen Forschungsbedarf.
In der Praxis sind die zerstörerischen Effekte von Kapitalismus, Patriarchat (fundamentalitischen Moralvorstellungen...)e.a. aber tagtäglich zu beobachten, denk ich mir. Ich mein, ich kenn wirkl. so gut wie keinen menschen, die/der nicht irgendwie schwerstens psychisch geschädigt ist, und das lässt sich mmn schon ganz deutlich auf unser Wirtschafts- und Gesellschaftssystem zurückführen - auch, wenn wir tw. noch nicht viel darüber aussagen können, welche prozesse und komplexen wechselwirkungen da genau ablaufen und welche Schäden sie bewirken. was meint ihr dazu? denk mir, dass euch das sicher auch auffällt, oder?
../[._/ - 21.07.2005, 16:13 Uhr
Titel:
kann dir da zum teil zustimmen, bin jedoch immer skeptisch wenn man davon ausgeht das WIR, so wie du schreibst, weniger psychische störungen hätten, wenn die systeme anders wären
ohne zweifel entstehen durch vorherrschende strukturen, problemstellungen die punkt genau darauf zurück zu führen sind

jedoch,

bin ich mir sicher das der mensch an sich die veranlagung mitbringt, so zu sein wie er nun mal ist, also unter mit einbeziehung aller aspekte - psychischen störungen und dergleichen, dass ist ja schon immer ein thema gewesen und nicht erst seit dem es kapitalismus gibt,
unser wissen darüber hat sich vielleicht verändert und der umgang damit,
zum teil positiv zum teil negativ (wie meistens)
was ich als punkt anführen kann, den ich des öfteren beobachtet hab (bei mir,jüngeren bruder.....): durch die umgebung, die dem menschen vorgaukelt wie er zu sein hat, was er tun darf was nicht, was "normal" und was "gestört" ist, werden zwänge und vorstellungen erzeugt , die vor allem in der kindheit/pubertät für manche/alle sicher nicht leicht zu bewältigen sind, da kristallisiert sich auch meistens heraus ob man eher für oder gegen etwas ist usw.usf.....(syteme, massenverhalten, konsum....)
beim einen früher beim anderen später beim nächsten nie, das sucht sich man sich selbst aus

auf jeden fall sehr prägend, mehr als man wahrscheinlich annimmt, und somit auch ausschlag gebend für die weitere entwicklung dieses kollektivs
darksider - 22.07.2005, 13:43 Uhr
Titel:
systeme funktionieren langfristig nicht weil sie dem Gesetz der entropie folgen - kommunismus hat ja auch nicht funktioniert...
flora - 22.07.2005, 19:55 Uhr
Titel:
um mal wieder zur arbeit zurückzukommen:

heut war für mich ein nicht enden wollender arbeitstag. meine gebete wurden um 14:45 uhr erhört:
ein 3 kilo schwerer metalgegenstand knallt mir mit voller wucht auf den hinterkopf. nach lustigem herumkugel am boden rinnt mit auch schon das blutsüppchen herunter. platzwunde, spital und vor allem - arbetsschluss! JUHUUUU!!!
I - 22.07.2005, 20:52 Uhr
Titel:
Zitat:
kommunismus hat ja auch nicht funktioniert...


sowas wie DEN kommunismus gibt´s nicht. welchen meinst denn?
was verstehst du unter kommunismus? da müssen wir zuerst mal ein paar grundlegende begriffe definieren, um konstruktiv diskutieren zu können.

Zitat:
systeme funktionieren langfristig nicht weil sie dem Gesetz der entropie folgen


kannst die hinter deiner aussage stehende theorie bitte detailierter ausführen?
darksider - 08.08.2005, 15:12 Uhr
Titel:
I hat folgendes geschrieben:
Zitat:
kommunismus hat ja auch nicht funktioniert...


sowas wie DEN kommunismus gibt´s nicht. welchen meinst denn?
was verstehst du unter kommunismus? da müssen wir zuerst mal ein paar grundlegende begriffe definieren, um konstruktiv diskutieren zu können.

Zitat:
systeme funktionieren langfristig nicht weil sie dem Gesetz der entropie folgen


kannst die hinter deiner aussage stehende theorie bitte detailierter ausführen?



also auf irgendwelche politische Ideologie cut and paste threads lass ich mich nicht ein ...

wegen entropie:

lies mal hier

http://de.wikipedia.org/wiki/Entropie

und hier

http://de.wikipedia.org/wiki/Entropie_%28Informationstheorie%29

systemtheoretisch heisst es halt nicht anders wie:

jedes system zerfällt irgendwann mal in ein chaos und je grösser die Ordnung desto heftiger das chaos
mejo - 08.08.2005, 22:33 Uhr
Titel:
ich find dass ein unterschied is zwischen "spaß haben" und positiv eingestellt sein!

ich arbeite (noch nicht ganz, aber praktikumsmäßig) im pädagogischen bereich.

es ergeben sich oft lustige situationen, so gesehen hab ich auch spaß ... aber wenn ich morgens aufstehe, empfinde ich alles andere als ein positives gefühl! ganz im gegenteil: ich fürchte mich jeden tag mehr, den anforderungen der heutigen kinder/jugend nicht gerecht zu weren! Smile

unter diesen umständen ist es oft schwer, positiv zu denken ...

lg mejo
hannani - 16.08.2005, 13:01 Uhr
Titel:
@mejo
irgendwie versteh ich dich, da weder deine, noch die arbeit vieler anderer leute nicht einfach ist.

eine positive einstellung zu wählen hat jedoch nichts damit zu tun, keinen respekt vor der arbeit zu haben, vor allem bei einer arbeit wie deiner. furcht ist aber sicher falsch. in der furcht passieren oft genau die fehler, die man vermeiden möchte.

also wenn du morgens aufstehst, kannst du dir ohne probleme denken, dass das heute ein toller tag wird und im hinterkopf immer respekt davor haben.
I - 16.08.2005, 16:53 Uhr
Titel:
"respekt vor der arbeit?" wie meinst du das denn?

versteh ich nicht?
mejo - 12.09.2005, 18:05 Uhr
Titel:
also, mal danke fuer die aufbauenden worte hannani!
ich habs vieleicht ein bisserl uebertrieben ausgedrueckt! was ich sagen wollte ist einfach, dass spaß haben und positiv eingestellt sein ein unterschied is!
wenn ich nicht positiv eingestellt waere, dann haett ich die hoffnung doch eh schon aufgegeben und wuerd was anderes arbeiten (bzw eine andere ausbildung machen!)
und des mit dem respekt seh ich auch so. zumidest respekt den kids gegenueber ... manchmal garnicht so einfach weil sich diese einem selbst gegenueber nicht so verhalten ... dann bleibt da immer noch die angst ... *g*
ryan - 22.09.2005, 20:00 Uhr
Titel:
habe die diskussion eher so nebenher verfolgt.. find das thema aber extrem spannend *

mir kommt es immer so vor, als ob allein der begriff arbeit schon so viel negative konnotation mit sich bringt, dass heutzutage jede/r zurückschreckt vor arbeit und unglaublich wenige leute scheinen lust und freude zu finden in ihrem wirken und schaffen

.. ich bin ja immer für die rückeroberung von begrifflichkeiten wie arbeit, lernen, bildung, etc.,
die an sich ja grosse bedeutung haben für unseren lebensweg*

versch. arten der arbeit wurden ja eh schon weiter oben behandelt, inbes, der unterschied zw. Lohnarbeit und selbstbestimmter kreativer Arbeit

ich schätze mich in der glücklichen lage behaupten zu können, dass ich tatsächlich gerne arbeite und meine täglichen aktivitäten geniesse .. [hinzuzufügen, dass ich trotzdem (odergeradedeswegen) ein recht aktiver mensch bin]

warum?
einerseits weil ich hinter den dingen stehe, die den grössten teil meines daseins ausfüllen

andererseits ist, durch glück, nebenjobs und geringe lebenserhaltungskosten, der prozentsatz der arbeit, die ich mir nicht aussuche und viell. nur zum geldverdienen mache meist so niedrig, dass ich selbst diese dinge auf gewisse weise entspannt annehmen und als erbaulich empfinden kann..

mein ziel ist es, dass dies die überwiegende zeit meines lebens so bleibt!

nat. ergibt das so nicht für alle menschen sinn und ebenso ist es wahrsch. nicht für alle erstrebenswert abhängigkeiten durch verzicht und bescheidenheit abzubauen ist.. kann nicht jedermenschens sache sein

in jedem fall glaube ich fest daran, dass wir viel mehr energie investieren sollten in die entwicklung und erschaffung von lebenswerteren perspektiven für arbeit und koexistenz in unserem umfeld und unserer umwelt!



eigentlich wollte ich aber nur auf folgende(n) artikel in brandeins aufmerksam machen // die september ausgabe scheint höchst interessant // ich geh sie morgen früh kaufen und dann wird sie im spektral aufliegen wenn wen mehr davon interessiert

hier der online artikel > lohn der angst:
http://www.brandeins.de/home/inhalt_det ... 2328276178

v - 22.09.2005, 21:01 Uhr
Titel:
beim zivildienst schon , ja
darksider - 23.09.2005, 10:00 Uhr
Titel:
ryan hat folgendes geschrieben:

eigentlich wollte ich aber nur auf folgende(n) artikel in brandeins aufmerksam machen // die september ausgabe scheint höchst interessant // ich geh sie morgen früh kaufen und dann wird sie im spektral aufliegen wenn wen mehr davon interessiert

hier der online artikel > lohn der angst:
http://www.brandeins.de/home/inhalt_det ... 2328276178


brandeins kenne ich aus deutschland super magazin
wo kaufst Du das in graz??
ryan - 23.09.2005, 17:12 Uhr
Titel:
beim kienreich hamsies aufjedenfall
wo sonst, weiss ich nich..
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde