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smalltalk - Interview mit Straches Mutter

subversiv - 04.02.2007, 19:32 Uhr
Titel: Interview mit Straches Mutter
hahaha.

http://kurier.at/nachrichten/oesterreich/54668.php


Zitat:

"Ich weine oft. Mein Sohn tröstet mich."

Marion Strache erzählt im KURIER-Interview über Kindheit, Jugend und Erziehung ihres Sohnes Heinz-Christian.

Der erste Eindruck ist hellblau. Marion Strache, 62, trägt hellblaue Jeans, eine hellblau-weiß gestreifte Bluse, eine hellblaue Strickjacke. Aber erst ihre Augen. Hellblau mit grünem Schimmer und kleinen, braunen Pünktchen. Entschlossen schüttelt sie uns die Hand. "Ich bin sehr nervös", schickt sie voraus und wischt sich ein paar Tränen aus dem Gesicht. Versinkt im schwarzen Lederfauteuil, schiebt das Zigarettenpackl weit von sich weg. Auf dem Tisch stehen Faschingskrapfen, doch Frau Strache rührt sie nicht an. Kein Hunger. "Ich brauch sehr viel Baldrianpulver im Moment. Sonst kann ich nicht schlafen." Die Zeitungsausschnitte mit Fotos, die ihren Sohn bei Wehrsportübungen (bzw. wie Strache beteuert, "Paintballpielen") zeigen, liegen vor Frau Strache auf dem Tisch – unbeachtet, aber dennoch lästig. Wie unangenehme Rechnungen. Erst als wir im Gespräch auf die Bilder zu sprechen kommen, nimmt Straches Mutter sie zitternd in die Hand. Was hat sie vom Umgang ihres Sohnes gewusst? Wie erklärt sie sich die Fotos?

KURIER: Frau Strache, warum sind Sie denn so nervös?

Marion Strache: Weil ich nicht gern im Vordergrund steh’. Ich mag es auch überhaupt nicht, wenn man mich fotografiert. Ich mache das nur für meinen Sohn.

Ihren Sohn scheint die Vergangenheit einzuholen. Haben Sie sich seine Erklärung angehört?
Ich konnte nicht. Sie haben ja selbst gesehen, wie es ihm dabei gegangen ist. Dass ihm jemand so Böses will. Ich weine sehr viel im Moment. Einmal haben wir sogar gemeinsam geweint.

Tränen worüber?
Dass ein anständiger, lieber, herzlicher Mensch so fertiggemacht wird wegen einer Jugendtorheit. Einzig Alfred Gusenbauer hat ehrliche Worte gefunden. Natürlich hält jede Mutter zu ihrem Sohn. Mein Sohn hat sich entschuldigt. Aber das wird nicht akzeptiert.

Trägt Ihr Sohn denn nicht die Verantwortung für das, was er in seiner Jugend gemacht hat?
Doch, natürlich. Das weiß er auch. Im Innersten bereut er es, er weiß, dass er es nicht wegradieren kann. Es tut meinem Sohn sehr leid, damals in diesen Kreisen gewesen zu sein. Da sollte man doch so tolerant sein und an die Zukunft denken. Nicht immer in der Vergangenheit herumstochern.

War es intelligent vom FPÖ-Chef, sich mit "Stürmer"-Assoziationen zu verteidigen?
Stürmer? Des kenn i goar ned! Ich weiß es nicht…

Woher kommen diese Fotos Ihrer Meinung nach?
Das wäre interessant zu wissen. Die können von rechts kommen oder von links. Von jeder Seite, die meinem Sohn den Erfolg nicht gönnt.

Frau Strache, können Sie sich heute eigentlich erklären, wie Ihr Sohn damals in solche Kreise gekommen ist?
Das ist leicht zu erklären. Er hat sich in die Tochter von Norbert Burger verliebt. Ich war mir sicher, dass er die Gudrun heiraten wird. Aber nach sieben Jahren ging es auseinander. Mein Sohn ist, was Frauen betrifft, vom Pech verfolgt.

War Ihnen diese Beziehung zur Familie Burger denn recht?
Ich hatte nichts gegen den Herrn Burger. Und die Grete, seine Frau, war sehr nett. Wir haben aber nie über Politik geredet. Eher über Mode und so.

Immerhin war Norbert Burger Chef der verbotenen rechtsextremen Nationaldemokratischen Partei. War Ihnen diese Ideologie nicht bekannt?
Ich bin kein so politischer Mensch. Ich hab eigentlich Kreisky bewundert, trotzdem habe ich ÖVP gewählt, wegen meinen Schwiegereltern. Der Vater meines Ex-Mannes war Anwalt, ein Ehrenmann! Erst später, als mein Sohn zur FPÖ kam, habe ich blau gewählt.

War Norbert Burger vielleicht eine Art "Ersatzvater" für Ihren Sohn?
Das wurde ja auch von Jörg Haider behauptet. Ich halte das für einen Blödsinn.

Später ist Ihr Sohn auch der schlagenden Verbindung "Vandalia" beigetreten.
Das waren in meinen Augen alles höfliche junge Männer, nett erzogen, die wenigstens Bitte und Danke gesagt haben.

Männer, die Mensuren gefochten haben!
Diese Schmisse waren mir weniger recht. Ich hab in meiner Jugend immer von meinen Eltern gehört: "Hüte dich vor den Gezeichneten." Gott sei Dank ist der Heinz Christian nie getroffen worden. Ihm ist nie was passiert.

Was war Heinz Christian denn für ein Kind?
Das Liebste und Netteste, was es gibt auf der Welt. Brav, unkompliziert. Mit eineinhalb Jahren kam er schon in die Krippe. Im Fasching ist er immer als Katzerl gegangen. So süß. Ich musste ihn ja allein aufziehen. Was hätte ich machen sollen?
(Frau Strache lächelt schwere Momente tapfer weg. Dann überstrahlen ihre Augen auch die größte Traurigkeit)

Was ist mit seinem Vater passiert?
Sein Vater ist verschwunden, als der Bub drei war. Ich wohne heute noch in der Wohnung, in der Heinz-Christian aufgewachsen ist. Wien-Erdberg, Zimmer-Kuchl-Kabinett. Als Drogistin hab’ ich am Anfang 3000 Schilling verdient. Sicher, ich hab’ Alimente bekommen, aber nicht viel. Ich musste den ganzen Tag arbeiten. Deshalb hab ich den Heinz-Christian ins Internat der Neulandschule gegeben, später war er bei den Schulbrüdern in Strebersdorf. Am Samstagmittag hab ich ihn abgeholt, am Sonntag wieder abgeliefert. Ich wollte das Beste für mein Kind.

Im Internat gab’s Schlafentzug und die Buben mussten mit Büchern auf den ausgestreckten Armen am kalten Gang stehen. Hat Ihr Sohn im Buch "Neue Männer braucht das Land" erzählt.
Ich habe dieses Buch nicht gelesen. Aber ich denke nicht, dass es ihm geschadet hat.

Was wollte er als Kind einmal werden?
Wir hatten einen sehr feschen, adretten Polizisten mit einem großen Schäferhund im Block wohnen. Der hat ihm gefallen. Er wollte Polizist werden.

Warum hat er dann letztendlich die Zahntechniker-Lehre gemacht?
Aus praktischen Überlegungen. Zähne braucht jeder Mensch, wenn du tüchtig bist, hab ich ihm gesagt, ist das ein guter Job.

Fragen Sie sich manchmal, ob alles anders gekommen wäre, wenn Ihr Sohn bei Ihnen zu Hause gewesen wäre?
Nein, denn das wäre eine sinnlose Frage. Ich hatte keine andere Wahl, wissen Sie. Welches Kind geht schon gern ins Internat. Aber es ist nicht anders gegangen.

Sprechen Sie manchmal mit Ihrem Sohn über diese Zeit?
Ja. Mama, bitte mach dir keine Sorgen! Wir werden es schon schaffen. Das sind seine Worte. Damals wie heute. Ich weine sehr oft. Er tröstet mich.

Sind Sie heute stolz auf Ihren Sohn?
Ja, das bin ich. Obwohl die Politik ein hartes Geschäft ist und mein Sohn ist eigentlich ein viel zu gutmütiger Mensch.

Er hat im Wahlkampf die Stimme verloren und seine Ehe ging in die Brüche.
Die Politik ist sein Leben. Jetzt hat er den Kopf ganz frei für sie. Er kämpft wirklich mit Herz und Seele für seine Sache.

Seine Sache, was ist das?
Heinz-Christian ist ein Österreich-Patriot. Deshalb traut er sich auch, was Ausländer betrifft, die Wahrheit zu sagen. Dass eben viele sich nicht anpassen und unsere Sprache gar nicht lernen wollen. Das schadet dann unseren Kindern in der Schule! Aber deshalb ist er noch lange kein Nazi.

Dass manche Szenen auf diesen Fotos, auf denen Ihr Sohn Uniform trägt und Schlagstöcke im Spiel sind, viele Menschen an die Schrecken der Nazizeit erinnern, verstehen Sie das?

Ja, das verstehe ich. Aber mein Sohn hat sich ein Bild gemacht. Er ist heute nicht mehr der, der er damals war, das muss man ihm auch zugestehen. Darum bitte ich als seine Mutter. Um ein bisschen mehr Toleranz.

Sie lächeln die ganze Zeit so tapfer, Frau Strache. Was lächeln Sie da weg?

Vielleicht das Schwere in meinem Leben. Ich bin unverzagt geblieben, Optimistin trotz widrigster Umstände. Als meine Mutter gestorben ist, das war schlimm. Aber diese Hetzkampagne, das ist noch viel schlimmer. Warum ich da noch lächle? Gute Frage! (An dieser Stelle kämpft sie mit den Tränen) Weil es schlechter als jetzt nicht mehr werden kann.

moe69 - 04.02.2007, 20:58 Uhr
Titel:
Interessant dass die Mami niemals nach den Wahlkampfsprüchen ihre "ach-so-lieben-Buben" gefragt wurde, sondern gleich von selber darauf zum Reden kam, die passen ja so gar nicht in das von ihr gezeichnete Bild,...da war wohl vorher ein guter Rhetorik-Trainer bei Ihr,...
Löwe - 05.02.2007, 15:05 Uhr
Titel:
Die Mutter tut ma auf jeden Fall eid, icjh möcht auch ned in sowas hineingezogen werden und über alles in meinem Leben Rede und atwort stehen müssen.
Nicht, das ich den Strache super finde, im Gegenteil.
indie/viduell - 06.02.2007, 09:54 Uhr
Titel:
in der sonntagsprintversion des kuriers gibts sogar ein foto vom hard core katzerl.
moonchild - 08.02.2007, 10:30 Uhr
Titel:
Die Mutter tut ma auch leid.
Ich kann zwar net beurteilen ob das echt so war, aber als alleinerziehende mutter hat mans nie leicht.
Löwe - 08.02.2007, 22:42 Uhr
Titel:
und dann musst dich dauernd rechtfertigen für alles, deine erziehung, warum dich der kerl allein glassen hat und und und...
sigmund - 16.02.2007, 16:22 Uhr
Titel:
süß die strache mami.
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