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süd/ost nachbarn - Drogenfreigabe in Tschechien!

hugoschattenwelt - 20.01.2010, 22:17 Uhr
Titel: Drogenfreigabe in Tschechien!
Kafka, Karlsbrücke & Kiffen



Ob Hasch oder Kokain: In Tschechien gilt seit dem 1. Januar eines der liberalsten Drogengesetze in Europa. Das stellt, was die erlaubten Mengen und Substanzen angeht, sogar die Niederlande in den Schatten.


Tschechiens Regierung in Prag hat die liberale Obergrenzen für den Besitz von Rauschgift festgelegt. Somit ist der Besitz von Drogen dort offiziell in geringfügigen Mengen für den Eigenbedarf erlaubt. Tschechien ist schon lange für seine liberale Drogenpolitik bekannt. Mit der neuen Regelung wird es zu einem der liberalsten Länder Europas.

Ab 2010 wird bei fünf Cannabis-Pflanzen und ebenso vielen Kakteen ein Auge zugedrückt. Bei Pilzen dürfen es 40 sein. Strafbar macht man sich erst, wenn man mehr als 15 Gramm Marihuana, vier Ecstasy-Pillen, ein Gramm Kokain oder 1,5 Gramm Heroin besitzt. Ebenso sind Rauschmittel wie Amphetamine oder Halluzinogene in der neuen Tabelle enthalten.

Die tschechische Presse argumentiert damit, dass der Tscheche ein mündiger Bürger sei und selbst wissen müsse, wie er mit seiner Gesundheit und seinem Leben umzugehen habe.
Drogensucht wird mit der Alkoholsucht auf eine Stufe gestellt. So hieß es unter anderem, dass wie sich kaum jemand auf Arbeit sinnlos betrinken werde, wenn er nicht seinen Job riskieren wolle, werde sich auch kaum jemand hinter der Werkbank oder im Büro zukiffen.

Innenministerin Maria Fekter bereitet es "große Sorgen", dass in Tschechien der Besitz von Drogen nicht mehr strafrechtlich verfolgt wird.

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Quellen:
http://www.tagesschau.de/ausland/tschechien186.html
http://ooe.orf.at/stories/414679/forum/?page=2
http://www.bsmparty.de/news/2663.Tschec ... edarf.html
t-. - 21.01.2010, 10:51 Uhr
Titel:
ich find das bild mit der koks-nase, dass du da gewählt hast, ziemlich unpassend. ich mein, was willst du damit sagen?

im prinzip find ich eine entkriminalisierung von drogen gut, aber hoffentlich gibts da auch eine aufklärungskampagne, denn selbst "weiche" drogen und viel stärker noch sogenannte "harte" drogen können arge auswirkungen haben, wenn sie falsch angewandt werden und das wissen darüber fehlt.
und es ist fraglich, ob abhängige harter drogen wie heroin oder kokain zu besseren und reineren stoff kommen, weil die herstellung und der handel mit drogen weiterhin strafbar bleiben und somit eine kontrollierte abgabe nicht gewährleistet wird.

im ö1 hat es diese woche eine interessante 4-teilige beitragsreihe im rahmen vom radiokolleg zum thema cannabis gegeben, die alle facetten des hanf behandelt hat:
"Cannabis sativa - Kulturpflanze, Droge und Heilmittel"
http://oe1.orf.at/programm/2010011817201.html
hugoschattenwelt - 22.01.2010, 22:08 Uhr
Titel:
Ich frage mich viel mehr wieso alkohol, tabak und ein ganz großer Haufen von Medikamenten erlaubt sind und andere von der WHO als harmlos eingestufte Substanzen nicht.

Man muss sich dazu nur die Geschichte anschaun wieso die meisten Substanzen verboten wurden: weil sie Konkurenz zu anderen Produkten
wie "Coca Cola" darstellten, welches übrigens noch immer geringe Mengen des "Geschmacksstoffs" enthält und zB im Jahr 2003 über ein US Pharmerunternehmen bei der Enaco in Bolivien 92 Tonnen Coca gekauft hat. Gestreckt wird übrigens meist mit Milchpulver, Zucker, was der Gesundheit des Konsumenten dann eher zugute käme.

Ich stimme der tschechischen Presse zu, solange es die Freiheit der anderen Menschen nicht einschränkt sollte man selbst wählen dürfen.
Dass dies den Körper zerstören kann ist natürlich klar, es gibt aber keine Droge an denen mehr Menschen sterben als Alkohol/Tabak.



Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Droge

PS: was für eine art von bild wäre deiner meinung nach passender? ein Bild von der Karlsbrücke?
Ich würde gerne deine Begründung hören warum du das unpassend findest, was man doch dazuschreiben sollte wenn man seine Meinung äußert, oder?
t-. - 23.01.2010, 14:42 Uhr
Titel:
das depperte bild von einem klischee kokser, der mit einem hunderter eine line nimmt, hättest dir einfach sparen können.

ähnlich blöd, als wenns ein bild von einem rastafari mit jamaika flagge, der sich einen trichterförmigen joint reinzieht genommen hättest.

wie gesagt, entkriminalisierung find ich gut - würde auch der gelebten realität entsprechen. bsp bekennen sich 20% der österreicher dazu, dass sie zumindest gelegentlich kiffen (quelle: oben verlinkter ö1 radiokolleg beitrag).

drogentourismus find ich nicht gut - und dein posting hat mir suggeriert, dass du das gut finden würdest - inklusive der möglichkeit, endlich mal legal koksen zu dürfen. aber das ist vielleicht eine reine unterstellung, die nicht stimmt?
t-. - 23.01.2010, 14:45 Uhr
Titel:
bezüglich der schadenspotential graphik wundert mich, dass lösungsmittel-schnüffeln weniger gefährlich als cannabis rauchen eingestuft ist.
migraineboy - 23.01.2010, 15:26 Uhr
Titel:
da nimmst du mir die worte aus dem mund, mit dieser fehleinschätzung verliert diese tabelle ihre gesamte glaubwürdigkeit..

mal davon abgesehen dass ichs schon immer irrsinnig blöd fand dass überhaupt als droge einzustufen, eine droge sollte meiner meinung nach eine substanz sein, die funktioniert und wirkt weil sie an bestimmten teilen im körper andockt. das ist hier nicht gegeben, genauso könnte man sonst einen schlag mit dem hammer auf den kopf als droge einstufen.. die betäubung danach is einfach zu schön Wink
t-. - 23.01.2010, 15:47 Uhr
Titel:
die studie ist anscheinend nicht unumstritten. lt. wikipedia sind der physische schaden, die abhängigkeit und der soziale schaden bewertet worden.

mir kommts nicht nachvollziehbar vor, wie schnüffelstoffe so weit unten in der skala landen können. dazu müsste man sich die studie genauer ansehen. aber vielleicht ist der gesellschaftliche schaden und die abhängigkeit relativ gering bewertet worden? wohl sicher nicht die körperlichen auswirkungen...

trotzdem interessant und von der tendenz, dass die volksdroge alkohol zu den gefährlicheren drogen gehört, stimmts schon.
hugoschattenwelt - 23.01.2010, 18:33 Uhr
Titel:
wie schon erwähnt: der physische schaden, die abhängigkeit und der soziale schaden! heisst vermutlich bei lösungsmittel-schnüffeln, dass es für die Ersteller dieser Tabelle (lt. dieser quelle übrigens die uni bristol: http://www.societyofcontrol.com/pmwiki/ ... top20.gif) wohl keinen sozialen schaden (="krimineller ring" ect.) nach sich zieht.

den vergleich mit den hammer find ich gut! ich find Einstufungen übrigens auch nicht so toll, aber immer noch besser als nur in 2 Kategorien: legal und illegal. Tabellen dieser Art tragen zur Aufklärung und deshalb im weitesten Sinne zur Entkriminalisierung bei. Prinzipiell wär ich für Selbsteinschätzung, diese wiederum setzt das Vorhandensein "selbstdenkender, mündiger Bürger" voraus, was sowohl in T. als auch in Ö. vermutlich nur auf eine kleine Gruppe von Menschen zutrifft, deshalb besser Tabellen von Experten verwenden die nur zu oft im Widerspruch zu Gesetzgebung stehen. Das weit verbreitete blinde Vertrauen in diese finde ich sehr gefährlich, da immer öfter Lobbys ihre Finger im Spiel haben (siehe Pharmaindustrie - a propos: Methadon legal gekauft ist lt. der Tabelle anscheinend ungefährlich?) Dieser Sachverhalt wird dadurch zumindest ein bischen untergraben!

Wirtschaftsnobelpreisträger wie Milton Friedman, Gary Becker oder Paul Krugman sind meines Wissens nach auch aus verschiedensten Gründen (zB Zerschlagung von brutalen kriminellen Organisationen ect) für Legalisierung von Drogen! Verlässliche Quellen außerhalb der Blogger Szene konnte ich allerdings nicht finden! Ähnlich wie bei der Tschechien Legalisierungs Geschichte (bei vielen Zeitungen nur klein in der Print Version berichtet) wurde hier anscheinend auch zensiert & nicht berichtet!
vlt kann ja jemand anders etwas dazu finden!

>ich stimme mit deiner argumentation übrigens überein es ist zu klischeehaft deshalb bild ersetzt!<
migraineboy - 23.01.2010, 18:49 Uhr
Titel:
hugoschattenwelt hat folgendes geschrieben:
(siehe Pharmaindustrie - a propos: Methadon legal gekauft ist lt. der Tabelle anscheinend ungefährlich?)


weil der konsum streng überwacht wird.

viele verschiedene kontrollierte substanzen bekommt man in verschiedensten behandlungen, allerdings wird man da so streng kontrolliert dass das mißbrauchpotential praktisch nicht vorhanden ist. auch wenn diese substanzen am schwarzmarkt und in der drogenszene wegen ihres mißbrauchspotential heiß begehrt sind..
t-. - 23.01.2010, 19:48 Uhr
Titel:
dieses bild ist viel besser Smile

habe übrigens erst hier über die entkriminalisierung in tschechien erfahren (also auch mal danke für die info).
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