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skillz
Titel: Forum Festival: Gold - Armut war gestern  BeitragVerfasst am: 17.04.2007, 11:48 Uhr
-.*.-


Beiträge: 3726
Wohnort: Graz


>> www.forumstadtpark.at/gold

Zitat:
In Auseinandersetzung mit den Themen Macht und Ressourcen gestaltet das Forum Stadtpark Graz vom 20. April bis 5. Mai das 2. Forum Festival "GOLD – Armut war gestern".

Über 200 nationale und internationale KünstlerInnen und Kulturschaffende aus den unterschiedlichen Sparten wie Architektur, Mode, bildende Kunst, Theater, Literatur, Film, Theorie und Musik beziehen Stellung.

Das Programm in den sechzehn Festival-Tagen ist dicht. Das Spektrum der Projekte reicht von kritischen Performances bis zu dekadenten Partys und spiegelt so die Bandbreite der kontroversiellen Auseinandersetzung mit Armut und Reichtum, Macht und Ohnmacht wieder.

In einer Zeit in der die Schere zwischen Arm und Reich auf lokaler und globaler Ebene immer eklatanter auseinanderklafft, beschwört "Armut war gestern" mehr eine ferne Utopie als gesellschaftliche Realität. Österreich kann sich zu den 14 reichsten Ländern der Welt zählen, trotzdem gelten mehr als eine Million Menschen als armutsgefährdet. Gleichzeitig ist Österreich umgeben von boomenden Nachbarländern in denen Goldgräberstimmung herrscht. Diese komplexe Situation wird sich in der Fülle der künstlerischen Beiträge im Festival widerspiegeln.



Forum Festival 'GOLD - Armut war gestern' - Eröffnungswochenende
Fr, 20. 4. - So, 22.4. 2007

IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII
FORUM FESTIVAL - Eröffnung
Freitag, 20.4. 20:00 Uhr

IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII

Indefinite Articles, Performance von allsopp&weir
Eröffnungsrede von Ewald Palmetshofer
Zuchthausköder, Criminal Casting mit Lena Braun
Don’t Cry, Work! FmbH (Frau mit beschränkter Haftung), eine Arbeitsperformance von Alexandra Müller
In den Peep Ateliers von Matthias Hafner und Arnold Graggaber arbeiten 6 KünstlerInnen nach Münzeinwurf

Im Stadtpark:
Aufsatz, Christian Eisenberger
Stadtpark Closed, Cäcilia Brown / Katrin Hornek / Miriam Jesacher

Interventionen im Forum:
Neureiche vier Wände, Vladislav Efimov
Bar, G.R.A.M.
GOLD! Geldbörsen, Heidenspass
Sterntaler, Steffi Hilgarth
30 Years After, ¦ejla Kamerić
Things to go, Julia Tschaikner
Watching the waves, Johannes Vogl
Wipp Lounge, WSKKFV (Elisabeth Oswald, Carola Peschl) in Kooperation mit Heidenspass

Konzert, 22:30 Uhr
in-dust.org
pfd (A) legt auf

+ im Veilchen ab 23.00 Uhr:

MASH MACHINE

IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII
FORUM FESTIVAL - Comic
*Schleifenband-Live-Zeichnen*
Samstag, 21.4. 18:00 Uhr

IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII

Rund um die Längsseite eines Tisches zieht sich ein in sich geschlossenes Papierband, auf dem simultan und fortlaufend gezeichnet wird. In jedem Durchlauf der Schleife wird die gesamte Zeichnung dichter: Die KünstlerInnen greifen in die Zeichnungen der anderen ein, greifen sie auf, vervollständigen sie oder löschen sie aus, wie es sich anbietet. Am Ende wird eine als Leporello verwendbare Zeichnung stehen, die assoziativ verschiedene Ansätze zum Thema GOLD in einem narrativen Band verdichtet.

IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII
FORUM FESTIVAL - Literatur, Multimedia
*auditionen/2kanal-hörung*
Samstag, 21.4. 19:00 Uhr

IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII

Wenn du von Armut sprichst und wenn du dir deines Kontextes, der hier gewiss ein linker Kontext mit Engagement – bitte mit Engagement – gewesen sein wird, wenn du dir deines Kontextes bewusst bist und von Armut sprichst und mit dem Finger zeigst und die Strukturen benennst und dann auch immer irgendwie von Schuld – culpa, culpa – die Rede ist, dann musst du dich fragen: von wo aus machst du denn das?

Oliver Hangl/Medienkünstler/Wien/www.olliwood.com
Ewald Palmetshofer/Autor/Wien/www.ewaldpalmetshofer.at

IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII
FORUM FESTIVAL - Konzert
*Glutamat, Thesa*
Samstag, 21.4. 21:00 Uhr

IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII

Die schon seit Mitte der neunziger Jahre in wechselnden Besetzungen bestehende und grundsätzlich in absurden Kostümierungen auftretende Wiener Band Glutamat plündert auf ohrenbetäubende Weise den Müllhaufen der Musikgeschichte und kombiniert übergangslos alles von Spaghettiwesternmelodien über Punkgitarrenriffs bis zu Kinderliedern zu einem dreckigen und kompromisslosen, aber äußerst leckeren und sehr eigenständigen Gebräu mit subversiv-ironischen Texten.
Thesa heißt sie. Singen tut sie auch, zur Musik die daheim eingekocht wurde in marmeladeglasartige zumeist violette oder blassgrüne Balken. Kanon ist schön, zwei Stimmen sind gut. Drei noch besser. Ein Klebestreifen hier, ein Druckknopf dort und fertig ist das Muttertagsgeschenk.

IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII
FORUM FESTIVAL - Mode
*Perlen für die Säue*
Sonntag,22.4. 19:00 Uhr

IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII

Einladung zur identitätsstiftenden Spurensuche und zum Angreifen der Authentizitätsware von Ingeborg und Weibsbild

„Perlen für die Säue“ befasst sich auf romantische und dokumentarische Weise mit Kleidung von Menschen, die am Rande des Existenzminimums leben: Anhand einer Modekollektion mit dem Thema des Ideals vom „clochard“, dem glücklichen Landstreicher, dem Authentizität, Individualität und Freiheit anhaftet, und das so auf eine Kauf-/ Verkaufsebene gehoben wird. Echte Hülle, die für die Menschen selbst steht, wurde gesammelt. Sie dient als eine Einladung zur haptischen Suche nach Indizien, die zeigen, wann Kleidung zum Nutzobjekt wird. Die mit Geschichte beschmutzte Kleidung dient in einem neuen Gesellschaftsumfeld als ein identitätsstiftendes Objekt.

IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII
FORUM FESTIVAL - Kulinarisches
*Leben ohne Nix*
Sonntag,22.4. 20:00 Uhr

IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII

Ein Kochkurs mit Götz Bury

Götz Bury hält in der Manier eines erfahrenen Fernsehkoches einen Kochkurs für all jene ab, die sich dem rapid wachsenden Heer des internationalen Prekariates zuzählen, sich ihm anzuschließen beabsichtigen, oder einfach nur mit ihm sympathisieren. In sehr anschaulicher Weise werden Techniken vermittelt, die zum (Über-) Leben unter globalisierten Bedingungen beitragen können. Vermittelt werden grundlegende Kenntnisse, angefangen von der Herstellung eines passenden (Koch-) Outfits, über das Schleifen eines Messers aus einem Stück Küchenspüle, dem Schnitzen eines Kochlöffels aus einem alten Palettenbrett, verschiedenen Techniken des Feuermachens bis zur Zubereitung von Speisen wie Sägemehlbrot, Nacktschneckentoast oder Grassuppe. Selbst improvisierte Wasserfiltration und das Brauen von Dünnbier, sowie das Panschen von Ersatzkaffee, stehen auf dem Programm. Die BesucherInnen werden durch Kostproben verwöhnt.

IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII
FORUM FESTIVAL - Theater
*Minenspiel*
Sonntag,22.4. 21:00 Uhr

IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII

Eine Hörsession mit den little drama waiters

wenn das leben ein zentrum hat, dann ist dort wo man an seinem unterhalt arbeitet und dafür seinen ganzen charme einsetzt/ hier: im gastgewerbe. aber dann müssen die fünf performer irgendwann doch raus in die welt um an ihrer selbstverwirklichung zu arbeiten und der gast ist alleingelassen im lokal und nur die stimmen dringen von draußen herein. draußen, wo die fünf versuchen, zu einem lebenslauf zu kommen der ihnen mehr verspricht als diesen unqualifizierten gastrojob im namen der kunst.

Von und mit Vera Hagemann, Barbara Kramer, Christina Lederhaas, Klaus Messner, Mira Miljkovic, Johannes Schrettle


IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII
VEILCHEN - Musikclub im Forum Stadtpark
*mash machine*
Freitag, 20.4. 23:00 Uhr

IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII

Live: Teknoist (Bristol), Lucazzo e Jonathan (Innsbruck)
On Decks: Miahira Supajasyn (Graz), Karl Amok (Graz )
Visuals: mimu (Wien)

IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII
VEILCHEN - Musikclub im Forum Stadtpark
*mash machine*
Samstag, 21.4. 22:00 Uhr

IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII

Live: Dj Balli (Bologna), Sickboy (Antwerpen), Droon (Gent)
On Decks: Terror & Mayhem (Gent), Alfred Schwarzbauer (Graz)
Visuals: Naritia (Graz )

_________________
**********


Zuletzt bearbeitet von skillz am 07.05.2007, 16:36 Uhr, insgesamt ein Mal bearbeitet
 
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ryan
Titel:   BeitragVerfasst am: 18.04.2007, 12:17 Uhr



Beiträge: 270
Wohnort: graz
substral sendung zum aktuellen thema:

im ersten Teil
erzählen zwei Springziege – fanatikerInnen (springziege=SUB-frühlingsfest) über das anstehende 2-tägige Festival und all seine Musikacts, Workshops und Specials! http://subsubsub.at

im zweiten Teil
gibt es eine kleine Reise durch das dichte Forumfestivalprogramm (20.04. – 05.05. 2007 / http://forumstadtpark.at/forumfestival) mit kürzeren und längeren Stationen bei Matthias Hafner und Arnold Graggaber [„peep ateliers“] sowie Cäcilia Brown aus der Stadtpark Golf-abteilung.


sendung zum download

oder sendung zum streamen
 
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skillz
Titel:   BeitragVerfasst am: 23.04.2007, 12:12 Uhr
-.*.-


Beiträge: 3726
Wohnort: Graz
Das Eröffnungswochenende war echt toll.. die erste Woche startet jetzt mit dem Müllprojekt vor dem rathaus am Hauptplatz (!) Smile

**********



pecunia non olet! Kapital stinkt nicht!
von Joachim Hainzl
AM GRAZER HAUPTPLATZ

Montag, 23.4., 9:00 - 18:00 Uhr

Dienstag, 24.4., 9:00 - 18:00 Uhr

Mittwoch, 24.4., 9:00 - 13:00 Uhr


Eine Leistungsschau bürgerlicher Müll-Produktion von Joachim Hainzl


Der Reichtum einer Gesellschaft ist ablesbar an der Menge Müll, den sie "produziert". Obwohl jede/r von uns dazu beiträgt, ist der Umgang damit ein verschämter und verdrängender. Müll darf nicht sichtbar, nicht anrüchig sein, sich nicht unkontrolliert ausbreiten (anders bei katharsischen Events wie Silvester oder Fasching wo die Vermüllung der Stadt als Begleiterscheinung einer Massenbesäufnis zu den akzeptierten Grenzüberschreitungen gehört).

Der kulturelle Entwicklungsstand der Städte, etwa im Vergleich zum unkultivierten, dreckigen Land definierte sich vor allem im 19. und 20. Jahrhundert über die Säuberung der Städte. Diskurse wie Normierung städtischen Verhaltens, Hygiene, Sicherheit und Gesundheit spiegeln sich in den Debatten wieder. Weil der Müll nicht in die Präsentation eines sauberen, ordentlichen Stadtbildes gehört, muss er schnell und dezent aus dem Stadtzentrum entsorgt werden. Tag und Nacht. Der Müll und viele die damit zu tun haben stehen für das Dreckige, Eklige, Unnütze, Kranke, Gefährliche. Dabei sind wir alle es, die Gegenstände der Konsumgesellschaft (wie Verpackungen, Behälter, Taschentücher etc.) durch die Ent-Wertung und Verortung in einem Mülleimer binnen Sekunden vom Nützlichen zum Unnützen verwandeln.

Mit der Installation */non olet/* können GrazerInnen und TouristInnen nun einen Blick auf ihre Produktionskraft in Form von rund 30 m^3 entwerteten Wohlstandsmülls werfen, der an einem Tag in der Innenstadt anfällt. Da es Abfall unserer bürgerlichen Gesellschaft ist, wird dieser auch auf deren Repräsentationsplatz, dem Hauptplatz, präsentiert.

Drei Tage lang wird der Müll dabei mehrfach um- und damit aufgewertet und um Bedeutung angereichert: als kostenlose und sinnlich eindrucksvolle Sehenswürdigkeit, als Informationsquelle für Konsumgewohnheiten im Rahmen gegenwartsarchäologischer Führungen, als mitzunehmendes Souvenir das weiter verwendet werden kann. Weitere Umwertungsmöglichkeiten sind derzeit noch in Ausarbeitung.

Verantwortlich für Präsentation und Durchführung zeichnet Joachim Hainzl, Sozialhistoriker und Gegenwartsarchäologe, der seit rund zwei Jahrzehnten Abfallbehälter in Graz und anderen Städten unter- und durchsucht und diese Ergebnisse mit kulturtheoretischen Forschungen zum Umgang bürgerlicher Gesellschaften mit ihrem materiellem und "sozialem" Abfall in Form marginalisierter und ausgegrenzter sozialer Gruppen verbindet.

*Programm*
* *

*Mo, 23.4. 2007

9.00 -- 18.00 Uhr Cash for trash: Mit einer Spende für das Vinzinest erhalten Sie ein Stück original Grazer Abfall mit Echtheitszertifikat

11.00 Uhr Input I: Zur Geschichte der Müllbeseitigung in Graz

15.30 Uhr Input II: Von der Senkgrube bis zur Schwemmkanalisation. Die Geschichte der Unsichtbarmachung der Scheiße in Graz

17.00 Uhr Grabe wo du stehst: Gegenwartsarchäologische Führung durch den bürgerlichen Abfall mit Publikumsbeteiligung


Di, 24.4. 2007

9.00 -- 18.00 Uhr Cash for trash: Mit einer Spende für das Vinzinest erhalten Sie ein Stück original Grazer Abfall mit Echtheitszertifikat

9.30 -- 11.30 Uhr Non olet! Gestalten Sie vor Ort mit dem Team von heidenspass Ihre Recyclingkunst aus den Abfallsstücken

13.00 Uhr Grabe wo du stehst: Gegenwartsarchäologische Führung durch den bürgerlichen Abfall mit Publikumsbeteiligung

15.30 Uhr Input III: Recycling, Resozialisierung & Co. -- Gemeinsamkeiten um Umgang mit "materiellem" und "sozialen" Abfall

17.00 Uhr Grabe wo du stehst: Gegenwartsarchäologische Führung durch den bürgerlichen Abfall mit Publikumsbeteiligung


Mi, 25.4. 2007

9.00 -- 13.00 Uhr Cash for trash: Mit einer Spende für das Vinzinest erhalten Sie ein Stück original Grazer Abfall mit Echtheitszertifikat

10.00 Uhr Input IV: Der Müll, seine Entsorgung, seine Verarbeitung, seine Lagerung und wer daran verdient

11.00 Uhr Grabe wo du stehst: Gegenwartsarchäologische Führung durch den bürgerlichen Abfall mit Publikumsbeteiligung

Ab 13.00 Uhr Verabschiedung: Wir trennen uns wieder von unserem Müll und beobachten gemeinsam seinen Abtransport

In Kooperation mit den Wirtschaftbetrieben der Stadt Graz

_________________
**********
 
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I
Titel:   BeitragVerfasst am: 25.04.2007, 14:19 Uhr



Beiträge: 1342

Heute - 25.4. - 18:30

Umverteilung! >> Wohlstand für alle. Jetzt.

Vorträge und Diskussion von u. mit Karl Reitter und Nonno Breuß

See:
http://g24.at/PNphpBB2-viewtopic-t-2527.html

_________________
wide open eyes shut - more noise for 08
http://www.myspace.com/wideopeneyesshut
*************************************************
 
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skillz
Titel:   BeitragVerfasst am: 26.04.2007, 11:10 Uhr
-.*.-


Beiträge: 3726
Wohnort: Graz
Resümee der "Müll-Aktion" vor dem Grazer Rathaus:

Zitat:
----- Original Message -----
From: Joachim Hainzl
To: stadtrat.ruesch@stadt.graz.at ; stadtrat.riedler@stadt.graz.at ; stadtraetin.monogioudis@stadt.graz.at ; stadtrat.miedl@stadt.graz.at ; stadtraetin.kaltenbeck@stadt.graz.at ; Stadtraetin. Kahr@Stadt. Graz. At ; stadtrat.eisel-eiselsberg@stadt.graz.at ; walter.ferk@stadt.graz.at ; Siegfried Nagl ; oevp.club@stadt.graz.at ; spoe.klub@stadt.graz.at ; kpoe.klub@stadt.graz.at ; ALG Klub Rathaus ; fpoe.gr.klub@stadt.graz.at
Cc: Eva Martischnig ; Anton Lederer
Sent: Wednesday, April 25, 2007 7:25 PM
Subject: Resumee aus der Kunstinstallation "pecunia non olet" am Grazer Hauptplatz vom 23.4.-25.4.2007 im Rahmen des Forum -Festivals "Gold - Armut war gestern."

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrter Herr Bürgermeister-Stellvertreter,
sehr geehrte Damen und Herren der Stadtregierung,
sehr geehrte Mitglieder der Gemeinderatsklubs!

Mittwoch zu Mittag ist die 3-tägige Kunstinstallation „pecunia non olet – Kapital stinkt nicht“ am Grazer Hauptplatz zu Ende gegangen, einer Veranstaltung des Forum Festivals „Gold – Armut war gestern.“ In deren Rahmen wurde öffentlich jene Müllmenge präsentiert, die in der Grazer Innenstadt an einem Tag in den und um die öffentlichen Müllbehälter herum anfällt.

Wie Sie vermutlich selbst feststellen konnten, handelte es sich dabei um eine beträchtliche Menge Müll, der nicht im Zuge einer Herstellung von neuen Produkten (sei es in Gewerbebetrieben oder in privaten Haushalten) angefallen ist, sondern lediglich als Abfallprodukt beim Konsumieren in der Innenstadt entstand.

Zuerst möchte ich einmal allen verantwortlichen städtischen Stellen herzlich dafür danken, dass diese Aktion, trotz ihrer „Anrüchigkeit“ und „Unansehnlichkeit“ dennoch am Grazer Hauptplatz vor dem Rathaus veranstaltet werden konnte und so von vielen GrazerInnen in Augenschein genommen werden konnte!

Zum anderen möchte ich Ihnen im Sinne einer Nachhaltigkeit auch die wichtigsten Ergebnisse der Diskussionen präsentieren, die ich in den über 22 Stunden die ich von Montag bis Mittwoch am Hauptplatz verbracht habe, mit zig GrazerInnen und TouristInnen führen konnte.

Denn von vielen wurde ich auch gefragt, was denn der Sinn dieser Kunstaktion sei, wenn die Meinungen der Diskussionen keinen Eingang in die Räume der Verantwortlichen bzw. EntscheidungsträgerInnen finden.

In diesem Sinne möchte ich daher an Sie - als EntscheidungsträgerInnen und politisch Verantwortliche der Stadt Graz - die wichtigsten Diskussionsergebnisse weiter leiten:

* Zuerst einmal ist es erfreulich, dass ein überwiegender Teil der PassantInnen diese Kunstaktion und die Thematisierung von Abfall in unserer Wohlstandsgesellschaft als wichtig empfunden hat. Auch die TouristInnen (aus Italien, USA, Taiwan, Frankreich und Deutschland), die über die Kunstinstallation informiert wurden, empfanden diese als spannend, da das Problem des Mülls ja ein global auftretendes ist und sie selbst damit in ihren Heimatländern konfrontiert sind.

* Sehr viele BesucherInnen der Präsentation waren sehr erstaunt bis entsetzt, wie groß die Müllmenge ist, die alleine in der Innenstadt an einem Tag anfällt und die ansonsten, dank der rund um die Uhr-Arbeit der ArbeiterInnen der Wirtschaftbetriebe, schnell unseren Sinnen entschwindet.

* Von sehr vielen, vor allem auch Älteren, wurde heftig kritisiert, dass es in vielen Fällen auch bei bester Absicht unmöglich ist, Müll zu vermeiden, da alle Produkte zum Teil mehrfach verpackt sind. Das zeigte sich auch an der Zusammensetzung des ausgestellten Mülls, der zu einem Großteil aus Verpackungen bestand. Hier wurde des öfteren gefordert, die Industrie solle doch gefälligst ihre Produkte im Sinne der KonsumentInnen produzieren. Angemerkt wurde auch, dass es immer weniger Mehrweg-Gebinde für Getränke gibt und die Verantwortung für die recycliergerechte Entsorgung den KonsumentInnen überantwortet wird .

* Der vom Team von „heidenspass“ mit Lebensmitteln aus dem Müll künstlerisch präsentierte „Frühstückstisch“ sorgte für heftige Reaktionen, da vielen nicht bewusst war, wie viele teilweise noch genießbare Lebensmittel tagtäglich in Graz weggeworfen werden.

* Unisono negative Reaktionen rief der hohe Anteil von Gratiszeitungen an der Gesamtmüllmenge hervor. Hier wurden von vielen negative Praxiserfahrungen mit vermüllten Straßen, Straßenbahnhaltestellen und vermüllten öffentlichen Verkehrsmitteln durch diese Junk-Food-Medien berichtet. Zudem scheint kaum eine dieser Gratiszeitungen den Weg in einen Wertstoffbehälter (Altpapiercontainer) zu schaffen, sondern werden diese hauptsächlich über die öffentlichen Müllbehälter entsorgt und damit nicht recycliert.

* Überrascht waren auch viele über die anscheinend doch sehr verbreitete Unsitte, dass Gewerbebetriebe in der Innenstadt (aufgrund der Müllzusammensetzung konnten Trafiken, mindestens ein Cafe sowie Würstlstandl als Verursacher festgestellt werden) ihren anfallenden Gewerbemüll (inklusive Biomüll, Glasflaschen und Metalldosen) unsortiert und illegal auf Kosten der Allgemeinheit entsorgen. Diese Müllsäcke machten einen mengenmäßig nicht unbeträchtlichen Teil der angefallenen Müllmenge an. Nach Information der Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe scheint dies übrigens Usus zu sein und nicht eine Ausnahme!

* Für weggeworfene Kleidung, Sportgeräte, Gebrauchsgegenstände und andere Müll-Gegenstände konnten übrigens über 80 neue BesitzerInnen gefunden werden. Diese spendeten insgesamt 113,21 Euro, die in den nächsten Tagen als Spende an das Vinzinest übergeben werden.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und mit freundlichen Grüßen

Joachim Hainzl

**
Mag. Joachim Hainzl

XENOS - Verein zur Förderung der soziokulturellen Vielfalt
8010 Graz, Morellenfeldgasse 15


eine tolle Aktion, wie ich meine - auch mit erleuchtenden Ergebnissen!!

_________________
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