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skillz
Titel: Wettlauf um Nahrung, Energie und Wasser  BeitragVerfasst am: 19.03.2010, 08:30 Uhr
-.*.-


Beiträge: 3726
Wohnort: Graz
heute im Standard. Krasses Thema. Ist praktisch echt eine Neukolonialisierung, aber noch verantwortungsloser meiner Meinung nach:

Wettlauf um Nahrung, Energie und Wasser


Immer mehr Land wird von Staaten und Privatinvestoren in armen Ländern gekauft oder gepachtet. Befürworter sehen Entwicklungschancen, Kritiker warnen vor fatalen Folgen



Die einen nennen es eine neokoloniale Landnahme, die anderen sprechen von wichtigen Investitionen. Die Rede ist vom sogenannten "land grabbing". So wird der Vorgang bezeichnet, bei dem sich staatliche Akteure und private Investoren aus Industrie- und Schwellenländern mithilfe langfristiger Kauf- und Pachtverträge große Mengen an fruchtbarem Boden aneignen.

Laut Experten hat sich dieser Prozess vor allem durch die Nahrungsmittelkrise 2008 verschärft. Laut Schätzungen der Uno wurden in den letzten zwei Jahren 20 Millionen Hektar afrikanischen Bodens verpachtet oder verkauft, dies entspricht einem Wert von etwa 22 Milliarden Euro.

Keine verlässlichen Daten

Genaue Angaben über das Ausmaß des Landraffens gibt es nicht. Zum Teil liegen unterschiedliche Angaben vor, denn viele Verträge werden hinter verschlossenen Türen unterzeichnet. Primär sind Entwicklungsländer in Asien und Afrika von dieser friedlichen Landnahme betroffen. Die instabile politische Lage in diesen Ländern wird oft ausgenutzt.

Die Investoren kommen aus drei Bereichen. Zum einen sind es Länder wie China, die mit Landkauf die Ernährung der eigenen Bevölkerung sichern wollen, zum anderen sind es Länder aus dem arabischen Raum, die an Wasserrechten interessiert sind. Bei der dritten Gruppe handelt es sich um private Investoren aus Industriestaaten, die Pflanzen zur Energiegewinnung anbauen wollen. Oft sind sie auch an Profit durch Spekulationsgeschäfte interessiert. Befürworter des "land grabbing" , etwa die Weltbank, betonen den positiven Effekt von Investitionen. Sie weisen auch auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und den Zugang zu Innovationen hin.

NGOs fordern klare Regeln

Kritiker sehen dies freilich anders. Sie warnen vor Landkonflikten, die etwa durch Umsiedelung oder gar Vertreibung der lokalen Bevölkerung entstehen können. Auch die Arbeitsplätze werden skeptisch beurteilt, da viele Investoren Arbeiter aus dem eigenen Land einsetzen. In vielen Staaten führt das Landraffen zu der bizarren Situation, dass großflächig Nahrungsmittel für den Export angebaut werden, während die örtliche Bevölkerung Hunger leidet.

Der Sudan hat laut Medienberichten 1,5 Millionen Hektar Ackerland für 99 Jahre verpachtet. Gleichzeitig sind mehr als fünf Millionen Sudanesen auf ausländische Hilfslieferungen angewiesen. Um das "land grabbing" gerecht zu gestalten, schlagen Experten verbindliche Richtlinien vor (siehe Grafik). Viele Nichtregierungsorganisationen (NGOs) sind jedoch skeptisch, dass dies ausreicht, und fordern daher klare rechtliche Grundlagen. (Andreas Cavar, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.3.2010)

Quelle: http://derstandard.at/1268700942760/Neu ... und-Wasser

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skillz
Titel:   BeitragVerfasst am: 19.03.2010, 08:33 Uhr
-.*.-


Beiträge: 3726
Wohnort: Graz
In der Jänner Ausgabe der Le Monde Diplomatique auch einen sehr sehr guten Artikel zu genau dem Thema:

Wie Gold, nur besser


Fette Dividenden aus Afrikas Böden
von Joan Baxter

Mit der Gründung einer privaten Finanzgesellschaft im Jahr 1876 wollte sich Belgiens König Leopold II. die Kontrolle über die heutige Demokratische Republik Kongo sichern. Um seine imperialen und materiellen Absichten zu verbergen, tarnte er das Unternehmen als wissenschaftlich-philantropische Gesellschaft. Mit diesem Trick gelang es Leopold auf der Berliner Konferenz von 1884/85, die Abgesandten der USA und 13 europäischer Staaten von der Ehrenhaftigkeit seiner Pläne zu überzeugen. Die Konferenz fasste den Beschluss, dem belgischen König die Souveränität über den Freistaat am Kongo zu übertragen. So begann die koloniale Zerstückelung des afrikanischen Kontinents.

Eine Zeitreise von 125 Jahren: Am 18. November 2009 hält Tony Blair im neoimperialen Ambiente des Londoner Queen Elizabeth II. Conference Centre eine Rede vor dem sogenannten Sierra Leone Investment Forum. Zu den Organisatoren der Veranstaltung gehörte die von Blair gegründete African Governance Initiative (AGI), die darauf aus ist, Sierra Leone an potenzielle Investoren zu verkaufen. Der ehemalige britische Premierminister verweist die Interessenten auf die "Millionen Hektar landwirtschaftlich nutzbarer Flächen", die in Sierra Leone zu haben sind.(1) In seinem Eifer scheint Blair ganz entgangen zu sein, dass auf diesen Flächen ein paar Millionen Landeskinder leben, die auf deren Erträge angewiesen sind.

>> WEITERLESEN HIER>>

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finna
Titel:   BeitragVerfasst am: 23.03.2010, 00:07 Uhr



Beiträge: 50

Und auch im allseits bekannten

Atlas der Globalisierung

http://www.monde-diplomatique.de/pm/.atlas3

aus dem Hause Le Monde Diplomatique ist wissenswertes über dieses und viele andere Themen enthalten.
 
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t-.
Titel: ausbeutung der ressourcen  BeitragVerfasst am: 09.04.2010, 09:52 Uhr



Beiträge: 1508

den le monde artikel hab ich auch gelesen.

beschämend wie mit ressourcen umgegangen wird, auf die wir kein recht haben, aber trotzdem aus historischen, politischen und wirtschaftlichen gründen zugriff.

wenn ich die zahl richtig im kopf habe, bleiben weniger als 3% des exports afrikanischer länder am kontinent, sondern gehen nach europa, asien, amerika,...

ürigens jährt sich die berliner konferenz heuer zum 125. mal. damals wurde afrika willkürlich in verschiedene länder aufgeteilt und diese den kolonialmächten zugeteilt. diese aufteilung, die keine grundlage in den damaligen lebensverhältnissen der verschiedenen völker hatte, wird von vielen afrikanern als eines der grundprobleme gesehen. vor ca. 50 jahren hat es dann bemühungen gegeben, die unity of africa zu gründen - die "vereinigten staaten afrikas" - was aber gegen die interessen der westmächte spielte und erfolgreich durch die gründung einer geschwächten african union verhindert wurde. (siehe auch http://www.africasia.com/newafrican/na. ... _month=101 )

das sehe ich als grund dafür, warum diese ausbeutung der ressourcen afrikas durch die entwickelten länder noch immer möglich ist.

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