g24.at
  finden
Gast
User:
Pass:
 Cookie setzen
  Join!


neu im forum
ThemenAntw.Aufrufe
lese BeitragSacha Baron Cohen: Never Is Now Speech(0)(1)
lese Beitrag(Humor) Toilet Paper apocalypse(3)(28)
lese BeitragDas Ende der Normalität(2)(5557)
lese BeitragPCCC* #12: Stefanie Sargnagel (ohne Mütze)(0)(6)
lese BeitragGreek auth. use lockdown to crack down on Vi...(3)(16)

(zum Forum)


kalender
<< April 2020 >>
  M D M D F S S
> 30 31 01 02 03 04 05
> 06 07 08 09 10 11 12
> 13 14 15 16 17 18 19
> 20 21 22 23 24 25 26
> 27 28 29 30 01 02 03

Forum 

Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Vorheriges Thema anzeigen Druckerfreundliche Version Einloggen, um private Nachrichten zu lesen Nächstes Thema anzeigen
Autor Nachricht
skillz
Titel: Buchtipp: Die Drogenlüge: 100 Jahre Prohibition  BeitragVerfasst am: 26.07.2010, 09:02 Uhr
-.*.-


Beiträge: 3726
Wohnort: Graz
...gefunden bei Mathias Bröckers...

Die Drogenlüge: 100 Jahre Prohibition


Im Jahr 1909 wurde das erste Globalisierungsgesetz auf den Weg gebracht: die Prohibtion von Drogen.Ein Jahrhundert später ist dieses Verbot nicht nur sozial- und gesundheitspolitisch gescheitert, sondern unterminiert durch seine Nebenwirkungen die Rechtsordnung und Gesellschaft in vielen Regionen der Welt.

Das ist das Thema meines nächsten Buchs, das im September erscheinen wird: Die Drogenlüge - Warum Drogenverbote den Terrorismus fördern und Ihrer Gesundheit schaden. Im Folgenden ein Auszug aus der Einleitung:

Am Anfang war das Drogendelikt. Eva und Adam nahmen von der verbotenen Pflanze und wurden mit der Vertreibung aus dem Paradies bestraft. Theologen mögen einwenden, dass dies eine allzu profane Deutung des Sündenfalls sei, doch wenn wir die Geschichte aus dem Buch Genesis beim Wort nehmen, kann kein Zweifel daran be stehen, dass es sich bei der verbotenen Frucht um eine psychoaktive, bewusstseinsverändernde Pflanze – eine Droge – handelt. Und ebenso klar ist, dass Eva und Adam über ihre Eigenschaften im Dunkeln gelassen wurden: Die Autorität im Garten Eden hatte die Pflanze verboten, weil ihr Genuss angeblich tödlich sei. Mit dieser noblen Lüge – »nobel«, weil Gott per se nur das Beste für seine Ge- schöpfe im Sinn hat, und »Lüge«, weil es sich um Desinformation handelte – steht und fällt die ganze Dramaturgie der Geschichte. Denn was wäre geschehen, wenn Gott die Paradiesbewohner über »Risiken und Nebenwirkungen« des Präparats vom »Baum der Erkenntnis« sachgemäß aufgeklärt hätte? Eines kann man mit Sicherheit sagen: Der Menschheit wäre viel Ärger erspart geblieben. Vielleicht hätten die beiden es erst einmal bei einer homöopathischen Kostprobe belassen, anstatt gleich den ganzen »Apfel« zu essen. Aber selbst wenn sie sich – des ewig harmonischen göttlichen Einsseins überdrüssig – mit einer gezielten Überdosis in die rauhe (aber spannende) Dualität des Erdenlebens geworfen hätten, stünden wir heute besser da. Ohne mythologische Schuld, ohne Erbsünde und ohne einen zürnenden Gott. So aber war Eva auf Arzneimittelinformationen von der Straße angewiesen – Gerüchte einer Schlange statt Aufklärung von einem Arzt oder Apotheker –, und die Katastrophe nahm ihren Lauf. Wir müssen dem Herrn im Garten Eden keine bösen Absichten unterstellen, als er den Baum der Erkenntnis als tödliches Gift deklarierte. Er wollte vermutlich nur das Beste für seine Geschöpfe, doch er erreichte das Gegenteil. Nicht der Genuss der Pflanze, sondern die mit ihrem Verbot einhergehende Desinformation sorgte für den Absturz aus dem Paradies.

Der Rausch und seine Mittel sind so alt wie die Menschheit. Hätte »Ötzi«, der in den Südtiroler Alpen Anfang der neunziger Jahre gefundene »Gletschermann«, die italienisch-österreichische Grenze nicht schon vor mehr als 5000 Jahren, sondern in unseren Tagen passiert – er hätte außer einem Wetterumsturz auch die Drogenfahndung fürchten müssen. In den Taschen des tiefkühlkonservierten Steinzeitmenschen wurden halluzinogene Pilze gefunden, deren Wirkstoffe heute auf dem Betäubungsmittelindex stehen. Hätte unser Gletschermann den Zollkontrolleuren freimütig gestanden, dass er die Pilze regelmäßig konsumiere und einen größeren Vorrat zu Hause hätte, er wäre nach erfolgter Höhlendurchsuchung einem Haftrichter vorgeführt worden. Auf seine Einwendung, dass er auf die Pflanze angewiesen sei – aus medizinischen Gründen oder um spirituellen Kontakt mit dem »Geist der Vegetation« zu halten –, hätte man ihn in die Psychiatrie überwiesen und mit legalen Drogen vollgestopft – aus Ötzi wäre ein »Fall« geworden, eines jener Opfer, zu deren Rettung die Drogenkrieger ausgezogen sind. Ihre grundlegende Idee einer drogenfreien Gesellschaft, so zeigt dieser kurze Rückblick in die Steinzeit, war nicht erst seit den Zeiten der Puritaner falsch, sie widerspricht den Grundtatsachen der menschlichen Zivilisation.

Zu allen Zeiten haben Menschen bewusstseinsverändernde, geistbewegende Substanzen zu sich genommen. Zu allen Zeiten gab es Regeln, wie mit ihnen umzugehen ist, und Methoden, wie Missbrauch und Schäden durch diese Substanzen zu vermeiden sind. Doch erst seit etwa hundert Jahren sind einige dieser Substanzen international gea?chtet und werden mit den Mitteln des Strafrechts weltweit verfolgt. Auch diese Verbote waren, wie damals im Garten Eden, durchaus von guten Intentionen getragen, dem Wunsch, die Bevölkerung vor den Gefahren des Missbrauchs und der Sucht zu schützen. Die Beschluesse, die auf dem ersten Treffen der Diplomaten der »Opiumkommission« in Shanghai (1909) und in den anschließenden Konferenzen in Den Haag (1911/12) und Genf (1925) gefasst wurden und später in die »Single Convention on Narcotic Drugs« der Vereinten Nationen (1961) einflossen, waren beseelt von dem Wunsch nach einer »drogenfreien Gesellschaft« und der Überzeugung, diese mit den Mitteln der Kontrolle und des Strafrechts erreichen zu können.(....) Würde man die Väter des Drogenverbots heute mit den Ergebnissen konfrontieren, zu dem ihre Beschlüsse ein Jahrhundert später geführt haben, würden sie wahrscheinlich erschrecken: Was sie als institutionellen Segen der Menschheit auf den Weg gebracht hatten, um zahllose unschuldige Opfer vor der Heimtücke der Drogenabhängigkeit zu retten, hat sich als Fluch erwiesen. Sie haben ein Monster in die Welt gesetzt, das sich, seit US-Präsidenten Richard Nixon es 1971 »War on Drugs« (Krieg gegen Drogen) taufte, zu einer der gefährlichsten Plagen des Planeten ausgewachsen hat. Der Krieg gegen Drogen bedroht die Bürgerrechte und Freiheiten in aller Welt und erschüttert demokratische Strukturen und die gesellschaftliche Ordnung in vielen Regionen – von den Andenstaaten und Mexiko wo rivalisierende Banden derzeit ganze Provinzen in bürgerkriegs- ähnliche Zustände stürzen, bis nach Afghanistan und Pakistan, wo sowohl die »Taliban« wie auch ihre Gegner vom Drogengeschäft profitieren . So finanziert und fördert dieser Krieg gegen Drogen nicht nur den internationalen Terrorismus und die organisierte Kriminalität, sondern produziert darüber hinaus mit Abertausenden von »Drogentoten« die Opfer, zu deren Rettung er eigentlich erfunden wurde.

Die Lebenserfahrung, dass eine »gut gemeinte Absicht« ins Gegenteil umschlagen kann, trifft auf die Drogenprohibition zu wie auf keinen anderen Bereich der Politik. Was die Diplomaten 1909 auf Anregung der USA in Schanghai auf den Weg brachten und 1925 in der Genfer Drogenkonvention mu?ndete, war eines der ersten Experimente einer globalisierten Politik und stellt praktisch das erste globale Gesetz der Welt dar. Hundert Jahre später nun haben die desaströsen Folgen dieser Politik eines der größten Probleme der globalisierten Welt geschaffen Dass das Desaster, welches der Krieg gegen Drogen anrichtet, tatsächlich monströse Ausmaße angenommen hat und es deshalb kaum einen dringenderen Punkt auf der Agenda der internationalen Politik geben kann, als diesen Krieg sofort zu beenden – diese Behauptung speist sich nicht aus ideologischen Gründen. Es kann nicht mehr länger darum gehen, eine ideologische Debatte fortzuführen, die seit nunmehr einem Jahrhundert festgefahren ist zwischen den Extremen einer religiösen Moral, die Drogen schlechthin als »Sünde« betrachtet, und eines libertären Individualismus, der sich jede Bevormundung durch Staat und Autoritäten verbittet. Worum es gehen muss, ist der nüchterne Blick auf die Empirie – auf Zahlen, Daten und Fakten – und die objektive Bewertung der Gewinne und Verluste, um eine Grundlage zu schaffen für eine pragmatischen Entscheidung über eine Beibehaltung oder eine Änderung der bisherigen Strategie. Für einen ersten grundlegenden Befund freilich braucht es keine detaillierten empirischen Belege, sondern nur ein wenig Menschenverstand: Das »Drogenproblem« ist nicht lösbar. Vielmehr produziert die Prohibition das Problem, als dessen Lösung sie sich ausgibt.(....)

_________________
**********
 
 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen  
Antworten mit Zitat Nach oben
Nachtschatten
Titel:   BeitragVerfasst am: 26.07.2010, 13:32 Uhr



Beiträge: 29
Wohnort: Graz
Danke für den Hinweis, hört sich sehr interessant an!
 
 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen  
Antworten mit Zitat Nach oben
skamfam
Titel: BeitragVerfasst am: 02.08.2010, 22:11 Uhr



Beiträge: 186

.


Zuletzt bearbeitet von skamfam am 02.07.2012, 02:40 Uhr, insgesamt ein Mal bearbeitet
 
 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen  
Antworten mit Zitat Nach oben
Humpel
Titel:   BeitragVerfasst am: 08.08.2010, 16:12 Uhr



Beiträge: 221

skamfam hat folgendes geschrieben:
schade, dass der auto seine berechtigte kritik am umgang mit drogen mit einem mehr oder auch eher weniger subtilen anpreisen des gebrauchs derselben verbindet.

es gibt keinen unterschied zwischen drogengebrauch und drogenmissbrauch. drogen vergiften den organismus, führen zu organfehlfunktionen und zerstören wichtiges körpergewebe - vor allem nieren, leber und gehirn.
generell fühlen sich menschen zum drogenmissbrauch hingezogen, weil ihre ungesunde ernährung und lebensweise ihre energie auffrisst, ihre vorstellungskraft und ihre fähigkeit spaß zu haben beeinträchtigt und intensive gefühle dämpft. die gifte und die künstliche intensität der rauscherfahrung werden als ausgleich missbraucht, können jedoch die verlorengegangene intensität der wahren gefühle nicht wiederbringen. stattdessen tragen sie zur weiteren schädigung des körpers bei und verschlimmern die situation weiter. das gilt unabhängig davon, ob das gift der wahl legal oder illegal ist. ob es vom dealer, ausm supermarkt oder aus der apotheke kommt. oder ob die eigenen freunde es auch gern verwenden.

die kritik an der drogenprohibition ist richtig. ich hoffe, der autor beweist in seinem buch aber etwas mehr weitblick als in dieser einleitung... aber ich glaub fast, da steht mir eine enttäuschung ins haus...


Da stimm ich mal unumwunden zu.

_________________
Ich bin der Erste der auf dem Grab meiner falschen Entscheidungen tanzt! Ach ich mag tanzen!
 
 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden  
Antworten mit Zitat Nach oben
migraineboy
Titel:   BeitragVerfasst am: 08.08.2010, 18:29 Uhr



Beiträge: 216

so wie du skamfan sehne ich mich auch in eine zeit zurück als "operationen" noch ohne jegliche betäubung durchgeführt wurden und eine grippe quasi einem todesurteil gleichkam.

natürliche selektion über alles!




abgesehen davon ist es relativ bewiesen dass großartige technologische/philosophische entdeckungen oftmals mit bewußtseinserweiternden substanzen einher gingen. es ist recht intressant dass die freie software bewegung , und überhaupt extrem vieles um computer&internet was wir heute alle nutzen genau zu jener zeit und an jenem ort wo exzessive wilde LSD parties gefeiert wurden seinen ursprung nahm.
 
 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden  
Antworten mit Zitat Nach oben
hochstapla
Titel:   BeitragVerfasst am: 14.08.2010, 11:47 Uhr



Beiträge: 527

@ humpel: lies noch mal nach - du stimmst "unumwunden zu", dass "...menschen zum drogenmissbrauch hingezogen, weil ihre ungesunde ernährung und lebensweise ihre energie auffrisst..." - f****n bollocks! zu deutsch: so ein unfug!

die leute gehen mit ernährung ebenso um wie mit drogen. der grund: es ist dasselbe. beides enthält wirkstoffe.

der teufel liegt aber darin, was welche droge/nahrungsmittel enthält, ob und wieviel davon für wen geeignet ist. und insbesonders vom sozialen, nämlich ob sie gelernt haben, mit inhaltsstoffen umzugehen, oder ob sie konsumieren was schnell erreichbar ist, und was in ihrem umfeld konsumiert wird.

drogen erzeugen sehr wohl "reale" gefühle, respektive lösen sie aus.
mit dem gewohnheitseffekt sind sie dazu nicht mehr imstande, deswegen erhöhen dann einige die dosis.

_________________
kollektive intelligenz vs. private ignoranz
 
 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen  
Antworten mit Zitat Nach oben
Humpel
Titel:   BeitragVerfasst am: 14.08.2010, 13:51 Uhr



Beiträge: 221

hochstapla hat folgendes geschrieben:
@ humpel: lies noch mal nach - du stimmst "unumwunden zu", dass "...menschen zum drogenmissbrauch hingezogen, weil ihre ungesunde ernährung und lebensweise ihre energie auffrisst..." - f****n bollocks! zu deutsch: so ein unfug!


Gut, die spezielle ansicht teil ich nur sehr eingeschränkt. Irgendwie kann man natürlich schon argumentieren, dass schlechte ernährung durch nährstoffmangel zu trüben gemützuständen führt, was wiederum empfänglicher für stimmungsaufheller macht...aber naja.

Zitat:

die leute gehen mit ernährung ebenso um wie mit drogen. der grund: es ist dasselbe. beides enthält wirkstoffe.

der teufel liegt aber darin, was welche droge/nahrungsmittel enthält, ob und wieviel davon für wen geeignet ist. und insbesonders vom sozialen, nämlich ob sie gelernt haben, mit inhaltsstoffen umzugehen, oder ob sie konsumieren was schnell erreichbar ist, und was in ihrem umfeld konsumiert wird.

drogen erzeugen sehr wohl "reale" gefühle, respektive lösen sie aus.
mit dem gewohnheitseffekt sind sie dazu nicht mehr imstande, deswegen erhöhen dann einige die dosis.


Ye nur enthalten nahrungsmittel im gegensatz zu drogen halt essentielle "wirkstoffe".
Der soziale aspekt ist aber echt interessant. Ich denke z.b. unser kulturkreis kommt mit alkohol doch gut zurecht, weil eine trinkkultur vorherrscht, die uns eher nur abends und wochends trinken lässt, während das zeug ja ganze kulturen dies nicht gewohnt waren zu grunde gerichtet haben soll(nordamerikanische und australische ureinwohner). Hab aber keine studien bei der hand, vielleicht bild ich mir das nur ein und überall erkranken ähnlich viele leute an alkoholsucht. Oder denen gings einfach durch die kolonialisation so beschissen.
Weiß jemand obs anderenorts z.b. eine echte hanfkonsum-kultur gibt mit ähnlichen "regeln"? Irgendwie fällt mir auf, dass es hierzulande bedenklich viele leute gibt die sich gleich mal beim aufstehen ihre ersten paar bongs durchziehen, was vielleicht an der fehlenden kultur liegt.

_________________
Ich bin der Erste der auf dem Grab meiner falschen Entscheidungen tanzt! Ach ich mag tanzen!
 
 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden  
Antworten mit Zitat Nach oben
migraineboy
Titel:   BeitragVerfasst am: 14.08.2010, 16:50 Uhr



Beiträge: 216

dass diese ureinwohner mit alk nicht umgehen konnten hatte/hat genetische gründe.

die europäische trinkkultur halte ich für garnicht gesund. und es gibt doch wirklich extrem wenig nahrungsmittel die nur essentielle wirkstoffe enthalten.

was in unserer gesellschaft für unsummen von zucker verspeist werden ist abnormal. und wirkt sich extrem auf die psyche aus.
 
 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden  
Antworten mit Zitat Nach oben
hochstapla
Titel:   BeitragVerfasst am: 15.08.2010, 16:47 Uhr



Beiträge: 527

@ alkohol als "geisel der kolonialisierung": da fällt mir das revolutionäre zapatistische frauengesetz ein, dass drogen (zB alkohol) in den dörfern/umfeldern von familien verbietet und grossteils respektiert wird.
alkohol hat oft familien- und gemeinschaftszerrüttelnde wirkung, besonders stark wirkt sich das in einem praktisch perspektivenlosen umfeld aus, zB einem kleinbäuerlichen dorf, an dem die industrialisierung praktisch spurlos vorübergeht (hohe kindersterblichkeit, chronische unterernährung, niedriges bildungsniveau, ...), ein umfeld in dem übrigens auch religion gut gedeihen würde...

@ inhaltsstoffe/drogen: am beispiel zucker haben wir schon ganz gut heruasgearbeitet, wie schmal der grad an nahrungsmittel und (nicht unmittelbar nahhaftem) wirkstoff ist; weitere beispiele: gewürze (zimt, pfeffer, dill, oregano, ...), zusatzstoffe (aspartam, glutamate, fluor, brom, ...), "luxus"artikel (koffein, parfüms, nahrungsergänzungen, ...) -

wobei die, da sie (bis auf koffein) nicht so stark persönlichkeitsverändernd wirken, sozial nicht so zerrüttend sind, wie die erwähnte guten-morgen-bong.

drogenmissbrauch gedeiht in einem klima der heimlichkeit und des tabus natürlich besser als wenn drogenkonsum ständig/häufig (produktiv) thematisiert wird.

der alkoholismus in ö/mittel¤uropa hat mEn schon klare soziale funktionen: regression/entspannung, partner_innen-werbung, wir-gefühl stärken, ...

cannabis hingegen beliefert eher die schienen "selbstfindung" und "selbst-medikation" und/oder wird wegen seiner relativ harmlosen neben- und nachwirkungen oft dem alkohol bevorzugt. der künstlich hohe preis und das gebot der geheimhaltung wirken auch stärker sozial entfremdend als in gesellschaften, wo cannabis geduldet wird.

in der pubertät hat cannabis womöglich schlimmere auswirkungen als alkoholkonsum, es wird aber aufgrund der tabusierung schwierig sein, darüber gute studien zu bekommen.

legalisierung allein konnte aber das opium-problem in china oder persien/iran nicht lösen; ersteres wurde übrigens sogar durch englisches diktat etabliert.

um auf die situation vor ort zurückzukommen: konsumräume für harte drogen sollte auf jeden fall her, in sachen kriminalitätvermeidung wären wohl auch staatlich geregelte preise/abgabe zu empfehlen.

aber das ist alles augenauswischerei, sollte nicht gelingen, in sachen drogen ein klima von verantwortungsvollem konsum zu etablieren. und dazu gehören aber soziale perspektiven statt einem "kamma eh nix machen"-klima...

_________________
kollektive intelligenz vs. private ignoranz
 
 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen  
Antworten mit Zitat Nach oben
migraineboy
Titel:   BeitragVerfasst am: 15.08.2010, 18:03 Uhr



Beiträge: 216

und fast hätt ichs vergessen, in dem zusammenhang ist
"rudolf gelpke - vom rausch im orient und okzident "
wirklich empfehlenswert.

arbeitet gut heraus wieso in der westlichen welt alkohol die droge der wahl ist, und wieso im orient lieber drogen benutzt werden die nach innen blicken lassen.

http://www.scribd.com/doc/6872136/DE-Ge ... d-Okzident
 
 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden  
Antworten mit Zitat Nach oben
hugoschattenwelt
Titel:   BeitragVerfasst am: 18.08.2010, 11:45 Uhr



Beiträge: 46

Jeder der sich mit der Problematik ernsthaft beschäftigt kommt ganz schnell drauf, dass Verbote bestimmter Substanzen immer nur gemacht werden um andere Produkte bzw. Märkte zu schützen!

Die alte Geschichte von Coca Cola und "Sweet Mary" kennt man ja vermutlich: http://unserekorruptewelt.wordpress.com ... oten-wurde

Staat und "Experten" argumentieren immer auf die Gesundheit, demnach sollten Alkohol und Tabak sofort verboten werden!

Von einem Staat der sich wirklich um die Gesundheit der Bürger kümmert werwarte ich mir Maßnahmen wie in Brasilien, wo seit den kranken Bildern auf den Z-Packungen fast kein Einheimischer mehr raucht; oder Kanada:
http://www.stern.de/gesundheit/gesundhe ... 96750.html

Was andere Substanzen betrifft sind viele Pillen die man verschrieben bekommt viel schädlicher als verufene Partydrogen, aber Hauptsache der Bartenstein verdient damit!

Der Unterschied zwischen Lobby und Kartell ist so ähnlich wie der zwischen Religion und Sekten Smile
 
 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden  
Antworten mit Zitat Nach oben
skamfam
Titel: BeitragVerfasst am: 25.08.2010, 14:11 Uhr



Beiträge: 186

.


Zuletzt bearbeitet von skamfam am 02.07.2012, 02:39 Uhr, insgesamt ein Mal bearbeitet
 
 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen  
Antworten mit Zitat Nach oben
skamfam
Titel: BeitragVerfasst am: 25.08.2010, 14:41 Uhr



Beiträge: 186

.


Zuletzt bearbeitet von skamfam am 02.07.2012, 02:39 Uhr, insgesamt ein Mal bearbeitet
 
 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen  
Antworten mit Zitat Nach oben
migraineboy
Titel:   BeitragVerfasst am: 25.08.2010, 19:53 Uhr



Beiträge: 216

skamfam hat folgendes geschrieben:
@ migraine boy



bevor ich da irgendwie weiter diskutiere würde ich gerne wissen ob du der straight edge bewegung angehörst. das ist relativ wichtig, weil ich mich auch nicht darauf einlasse einem fundamentalistischen christen die vorteile von vorehelichen geschlechtsverkehr zu erklären. Smile
 
 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden  
Antworten mit Zitat Nach oben
skamfam
Titel: BeitragVerfasst am: 25.08.2010, 20:49 Uhr



Beiträge: 186

.


Zuletzt bearbeitet von skamfam am 02.07.2012, 02:38 Uhr, insgesamt ein Mal bearbeitet
 
 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen  
Antworten mit Zitat Nach oben
Beiträge vom vorherigen Thema anzeigen:     
Gehe zu:  
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Vorheriges Thema anzeigen Druckerfreundliche Version Einloggen, um private Nachrichten zu lesen Nächstes Thema anzeigen

:: g24.at ==> site created by skillz.biz ==> with POSTNUKE ==> host: effet.info :: Info & Impressum :: AGB :: Datenschutz