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skillz
Titel: agit.DOC: The Ambassador (DK/2011)  BeitragVerfasst am: 12.02.2013, 19:40 Uhr
-.*.-


Beiträge: 3718
Wohnort: Graz
agit.DOC Dokumentarfilm-Screening
Mo.08.04.2013 ab 20:00 Uhr @ Forum Stadtpark
:




The Ambassador (DK/2011)
OV.+UT.; 93 min; Buch/Regie: Mads Brügger

Ausgestattet mit einem auf dem Schwarzmarkt erstandenen Diplomatenpass, vielen versteckten Kameras und einer gehörigen Portion Mut und Dekadenz recherchiert der preisgekrönte dänische Journalist und Filmregisseur Mads Brügger in der Zentralafrikanischen Republik. Unter der Vortäuschung, eine Streichholzfabrik gründen zu wollen, will er als Agent Provocateur im Handel mit Blutdiamanten einsteigen.

Mads Brügger: „Ich möchte ein Afrika zeigen fern von NGOs, Bono, Kindersoldaten und Kindern mit geblähten Bäuchen. Ich möchte die Menschen zeigen, die niemals in den Medien zu sehen sind: Weiße Geschäftsleute, Diplomaten, die Reichen in den urbanen Zentren – all jene, die im postkolonialen Afrika ein Leben im Überfluss führen.“

www.theambassador.dk

Mo.08.04.2013 @ Forum Stadtpark
Start: 20.00 Uhr >> EINTRITT FREI
Location: Forum Stadtpark, Stadtpark 1, 8010 Graz / www.forumstadtpark.at



Trailer:




* Ein agit.DOC Special in Kooperation mit der Dänischen Botschaft in Wien und dem Dänischen Filminstitut



Weitere Information zum Doku-Programm: www.agit-doc.org

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Zuletzt bearbeitet von skillz am 08.04.2013, 22:42 Uhr, insgesamt ein Mal bearbeitet
 
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skillz
Titel:   BeitragVerfasst am: 25.03.2013, 16:56 Uhr
-.*.-


Beiträge: 3718
Wohnort: Graz
aktuelle News aus der Zentralafrikanischen Republik:

Zitat:

Rebellen in Zentralafrikanischer Republik
Hauptstadt Bangui erobert


Zentralafrikas Präsident Bozizé ist geflohen. Die Seleka-Miliz hat den Präsidentenpalast in Bangui eingenommen und kontrolliert die Stadt.

In der Zentralafrikanischen Republik ist die Rebellenkoalition Séléka (Allianz) am Ziel. Weniger als vier Monate nachdem sie im Nordosten des riesigen Landes ihren Kampf gegen die Regierung von Präsident François Bozizé aufgenommen hatten, eroberten die Rebellen am Sonntag die Hauptstadt Bangui. Präsident Bozizé floh nach Angaben seiner Entourage über den Grenzfluss Ubangi, an dem Bangui liegt, in die benachbarte Demokratische Republik Kongo.

"Meine Damen und Herren, die Zentralafrikanische Republik hat soeben ein neues Kapitel ihrer Geschichte aufgeschlagen", verkündete Séléka am Sonntagmorgen in einer von Generalsekretär Justin Kombo unterzeichneten Erklärung. "Die politische Koordination von Séléka ruft dazu auf, euch darauf vorzubereiten, unser teures und schönes Land in den Pantheon der Menschheitsgeschichte aufzunehmen." Konkret gemeint sind damit Gespräche mit den politischen Kräften - eine "große nationale Konzertation", wie es Séléka ankündigt.

http://www.taz.de/Rebellion-in-Zentralafrika-/!113387/

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skillz
Titel:   BeitragVerfasst am: 25.03.2013, 17:27 Uhr
-.*.-


Beiträge: 3718
Wohnort: Graz
Zitat:


Republik Zentralafrika: "Keine Tränen wegen Sturzes von Bozizé"

Afrika-Forscher Mehler erklärt, warum die Demokratiepläne der Rebellen so utopisch nicht sind

Die Séléka-Rebellen in der Zentralafrikanischen Republik bekennen sich nach der Flucht des nach Kamerun geflohenen Präsidenten François Bozizé zur Demokratie. Ganz so unwahrscheinlich, wie es angesichts des erneuten Putsches in dem rohstoffreichen, aber bitterarmen Land scheint, ist diese Ankündigung gar nicht. Fern der internationalen Aufmerksamkeit hat sich in den vergangenen Jahrzehnten so etwas wie eine demokratische Tradition entwickelt, erklärt Andreas Mehler vom Hamburger GIGA-Institut für Afrika-Studien.


derStandard.at: Aus welchen Leuten besteht Séléka eigentlich?


Andreas Mehler: Die genaue Zusammensetzung der Rebellengruppe ist nicht klar. Fest steht, dass sich einzelne Rebellenbewegungen, die mit dem Regime ab 2008 Friedensarrangements geschlossen haben, und Abspaltungen, die das nie getan haben, nun zu Séléka formiert haben. Es gab große Unzufriedenheit unter den Rebellen, weil die versprochenen Eingliederung in die Armee und die entsprechenden Vergütungen nicht stattgefunden haben. Dabei sind aber auch eine ganze Reihe neuer Organisationen, von denen heute noch nicht viel bekannt ist. Es ist aber davon auszugehen, dass neben den einzelnen Rebellengruppen wie in der Vergangenheit auch diesmal politisch-militärische Unternehmer stehen, also Leute, die sich etwas davon versprechen, wenn sie Kampfkraft beweisen.


derStandard.at: Welche Unternehmer meinen Sie?


Mehler: Zunächst sind die Führer der Rebellenallianzen selbst oft nicht militärische Führer, sondern Leute, die in der Elite Banguis früher eine Rolle spielten, von der patrimonialen Kultur zunächst profitierten und dann vieles - gerade auch materiell - verloren haben, als sie ihr Amt nicht mehr hatten. Ausländische Interessen sind nicht auszuschließen, wenngleich sich in der Vergangenheit Hoffnungen auf stärkere Ausbeutung der vorhandenen Bodenschätze zerschlagen haben, gerade wenn es zu Unruhen kam – zum Beispiel im Hinblick auf Uran. Im Falle von Diamanten, die nicht in großen Bergbauprojekten gewonnen werden, verhält es sich anders als bei anderen Bodenschätzen, weil man sie leicht aus dem Land schmuggeln kann. Bei den meisten anderen Gütern sollten ausländische Player eigentlich kein Interesse an Unfrieden haben.


derStandard.at: Welche externen politischen Mächte stehen hinter Séléka? Manche vermuten gar das Islamistennetzwerk Al Kaida im Hintegrund.


Mehler: Ganz auszuschließen ist dies bei einer so heterogenen Allianz natürlich nicht, es scheint mir aber wenig wahrscheinlich. Für den jetzt zum Übergangspräsidenten ausgerufenen Michel Djotodia gilt das jedenfalls nicht, er gehört der Rebellenbewegung Union des Forces Démocratiques pour le Rassemblement an, die es schon länger gibt und die auch für ethnische Interessen der Gula im Osten des Landes steht. Zu den ganz spannenden Fragen dieses Konflikts gehört das Interesse des Nachbarlandes Tschad. Der gestürzte Präsident Bozizé war ursprünglich ein Mann des Tschad. Beim Vormarsch der Rebellen auf Bangui haben sich die im Rahmen der subregionalen Friedenstruppen im Land stationierten tschadischen und gabunischen Kontingente jedoch strikt neutral verhalten. Entweder, weil sie die militärische Hoffnungslosigkeit des Regimes erkannt haben, oder weil der Tschad Bozizé tatsächlich fallengelassen hat.


derStandard.at: Hat Bozizé noch viele Anhänger im Land?


Mehler: Über Bozizé muss man nicht allzuviele Tränen vergießen. Er ist 2003 ähnlich an die Macht gekommen wie heute die Séléka, nämlich durch einen militärischen Vormarsch auf Bangui. Ohne die Unterstützung des Tschad wäre er nie ins Amt gekommen. Auch er hat anfangs behauptet, nur übergangsweise Präsident sein zu wollen. Das hat sich aber schnell geändert, er hat aus den Reihen seiner Günstlinge eine Partei gegründet und die gesamte politische Kultur des Landes stark korrumpiert und zerstört. Er hat innenpolitische Dialogprozesse über sich ergehen lassen, hinterher die Ergebnisse aber nicht akzeptiert. Bozizé hat in einem hochkorrupten System einzig seine Familie und seine Günstlinge gefördert.


derStandard.at: Séléka-Übergangspräsident Djotodia hat freie und transparente Wahlen innerhalb der nächsten drei Jahre versprochen. Halten Sie das für realistisch?


Mehler: Ja, und zwar schon deutlich früher als in drei Jahren. Wenn es den politischen Willen gibt, bleibt nur das Problem der technischen Durchführung in den kaum erreichbaren Gebieten im Osten des Landes. Genau von dort und aus dem Norden kamen die großen Rebellenbewegungen in den vergangenen Jahren, weil diese Gebiete auch infrastrukturell sehr stark isoliert sind. Denkbar ist aber etwa die Verteilung der Stimmzetteln und -urnen per Helikopter, wie es die Franzosen 1993 und die UN-Mission 1998 und 1999 gemacht haben. Logistisch ist so eine Wahl ein ziemlicher Alptraum, aber wenn man es nicht hinbekommt, schafft sich die neue Führung wieder Unzufriedene, die sich von der Demokratie ausgeschlossen fühlen. Man muss wissen, dass die Zentralafrikanische Republik im Vergleich zu ihren Nachbarländern durchaus demokratische Traditionen hat, es gab etwa von 1978 bis 1981 ein Mehrparteiensystem. Keine Wahl seit Jahren war so offen und konsequent manipuliert wie jene von 2011, die Bozizé organisierte.


derStandard.at: Wie kam es zu diesem demokratischen Sonderweg der Zentralafrikanischen Republik?


Mehler: Diese Tradition ist ein Stück weit ein Zufall der Geschichte, weil die Franzosen nach dem Sturz von Kaiser Jean-Bédel Bokassa etwas ratlos waren. Darum wurde in einer Wahl der zuvor von Bokassa gestürzte David Dacko, also der erste zivile Präsident, ins Amt gewählt, er hat sich aber als zu schwach herausgestellt, um ein demokratisches System aufrechtzuerhalten und wurde selbst weggeputscht. Während Anfang der Neunzigerjahre aber ringsum sehr autoritär regiert wurde, hat sich in der Zentralafrikanischen Republik, getragen von Gewerkschaften und NGOs, doch ein Nährboden für demokratische Entwicklungen gebildet. Außerdem hatten die Präsidenten in dieser Zeit kaum Rückhalt im System, darum ist die demokratische Tradition auch eine Konsequenz der Schwäche der Machthaber.


derStandard.at: Nun rangiert das Land etwa im Demokratieindex der britischen Zeitschrift Economist auf Platz 162 von 167. Warum ist das Land so abgestürzt, auch was Demokratie betrifft?


Mehler: Mitte der Neunzigerjahre hatte die Zentralafrikanische Republik noch recht respektable Werte und lag im Mittelfeld. Bozizé hat das Land immer weiter nach unten gedrückt.


derStandard.at: 2006 und 2010 erlebte die Zentralafrikanische Republik massive Kämpfe. Droht ein neuer Bürgerkrieg?


Mehler: Dieser Bürgerkrieg droht schon seit langem immer wieder, zumindest latent. Es ist auch regelmäßig zu Ausbrüchen gekommen, die aber unterhalb unserer Wahrnehmungsgrenze in Europa lagen. Wenn sich Séléka jetzt politisch geschickt verhält und nicht ihrerseits Menschen oder Landesteile ausschließt, wird es auch für Anhänger des alten Bozizé-Regimes schwierig, Unruhe zu stiften. Zwei Faktoren könnten aber trotzdem zum Bürgerkrieg führen: wenn sich der Tschad davon Vorteile ausrechnet oder bedroht sieht, oder wenn die religiöse Komponente dieses Konflikts stärker wird, wie es sich jüngst abzeichnet. Zum Beispiel, wenn es zu Abrechnungen an Bozizé-Anhängern kommt, oder protestantische Kirchen zerstört werden, weil die Christen tendenziell hinter dem alten Regime standen. Umgekehrt kam es Ende 2012 in Bangui zu pogromartigen Unruhen, weil man die muslimischen Einheimischen für Rebellenangriffe verantwortlich gemacht hat. (flon, derStandard.at, 25.3.2013)



Quelle: http://derstandard.at/1363705957912/Zen ... von-Bozize

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Titel:   BeitragVerfasst am: 08.04.2013, 17:25 Uhr
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